TÜV Kontrolleure auf der Datenautobahn

Onlineshops sollen in Zukunft geprüft werden und ein Gütesiegel erhalten. Ziel ist es, den Kunden zu schützen und den Onlineeinkauf zu etablieren.


Düsseldorf - TÜV und Verbraucherzentrale NRW haben in Düsseldorf ihr neues Gütesiegel für das Onlineshopping

Beruhigt online einkaufen: Einfach auf das Gütesiegel achten
DPA

Beruhigt online einkaufen: Einfach auf das Gütesiegel achten

vorgestellt. Die 10.000 deutschen Anbieter von Waren im Internet könnten sich freiwillig der Prüfung in Sachen Verbraucherschutz unterziehen, die weit über das gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß hinaus reiche.

Das Siegel koste die Onlinefirmen je nach Angebot und Unternehmensgröße eine vier- bis fünfstellige Summe, hieß es. Vor der Zuteilung des Siegels werden die Onlineshops umfassend geprüft. Faktoren wie Datensicherheit und Datenschutz, Lieferzeiten, Rückgaberechte und Preisinformationen werden unter die Lupe genommen. Zudem werden Testbestellungen aufgegeben und das Unternehmen am Sitz geprüft.

Bei groben Verstößen kann das Siegel wieder entzogen werden. Dafür testet der TÜV die Firmen fortlaufend halbjährlich auf Einhaltung der Standards. Kunden könnten sich mit Beschwerden zudem direkt an die Verbraucherzentrale wenden.

Nach Angaben von Verbraucherzentrale und TÜV haben sich im vergangenen Jahr 17 Millionen Deutsche im Internet getummelt. Bis 2004 solle sich ihre Zahl auf 34 Millionen verdoppeln. Dennoch habe das Onlineshopping 1999 nur einen Anteil von 0,6 Prozent am Einzelhandelsumsatz in Deutschland erreicht.

Studien zufolge scheitert jeder vierte Onlineeinkauf. Viele Kunden hätten zudem Bedenken, Kreditkartennummern oder Bankverbindungen preiszugeben. Der Bundestag hatte erst im April die Verbraucherrechte beim Onlineeinkauf gestärkt und den Kunden ein umfassendes Rückgaberecht eingeräumt.

Die nordrhein-westfälische Verbraucherschutz-Ministerin Bärbel Höhn (Grüne) bezeichnete die Initiative als einen "Meilenstein", der Maßstäbe setzen solle. "Um die enormen Marktchancen des E-Commerce zu nutzen, muss das Vertrauen der Kunden dauerhaft gewonnen werden", so die Ministerin. "Schwarze Schafe" auf der Anbieterseite würden dagegen ins Abseits gestellt.



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