Videotelefonie Plaudern mit Blickkontakt

Videotelefonie gehörte zu den großen Verheißungen der UMTS-Zeit. Jetzt prescht Vodafone vor, mit kleinen Einführungspreisen und sieben passenden Handys. T-Mobile will bald folgen.


Guck mal an: Neue Handys wie das Sony Ericsson V800 sollen UMTS doch noch zum Publikumsrenner machen
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Guck mal an: Neue Handys wie das Sony Ericsson V800 sollen UMTS doch noch zum Publikumsrenner machen

Wozu ein UMTS-Handy? Millionen von Mobilfunk-Kunden haben bislang kaum eine Antwort auf diese Frage gefunden. Im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft sollen die Zweifler umgestimmt werden. Bei Vodafone werden sieben neue UMTS-Handys angeboten, die alle die Videotelefonie unterstützen, also das Telefonieren mit der gleichzeitigen Übertragung von bewegten Bildern des Gesprächspartners. Auch T-Mobile plant für Ende dieses oder Anfang nächsten Monats den Einstieg in diese neue Anwendung.

Die Videotelefonie ist die einzige wirklich neue Funktion, die das mit Milliardeninvestitionen aufgebaute mobile Breitbandnetz UMTS zu bieten hat. Der bisher schon mögliche Download von Filmen und MP3-Songs sowie Empfang und Versand von mobiler Multimedia-Post (MMS) wird mit UMTS aber auch erheblich schneller und bequemer. Wenn mit der GPRS-Technik mehrere Kanäle des herkömmlichen GSM-Mobilfunknetzes gleichzeitig genutzt werden, wird eine Geschwindigkeit bis 57,6 Kilobit in der Sekunde erreicht. Mit UMTS sind zurzeit theoretisch 384 KBit/sec möglich. In der Praxis sind es meist um die 280 KBit/sec, was immer noch fast der fünffachen GPRS-Geschwindigkeit entspricht.

Die Anfänge: Plauderei mit Diashow

Im Festnetz und am PC wird die gleichzeitige Übertragung von Gesprächen und Videoaufnahmen der Teilnehmer bislang fast ausschließlich von Unternehmen genutzt. Auf dem Handy soll der Blickkontakt beim Telefonieren vor allem Spaß machen. Erstes Problem: Man muss jemand kennen, der ebenfalls ein UMTS-Handy hat, das den "V-Anruf" beherrscht - das V steht für Video.

Damit befinde sich die mobile Videotelefonie zurzeit in einer ähnlichen Situation wie MMS in der Einführungsphase dieses Dienstes, erklärt Vodafone-Sprecher Heiko Witzke. Die deutsche Tochter des britischen Unternehmens hat schon mit seinem ersten UMTS-Handy im Juni, dem Samsung Z105, die mobile Videotelefonie möglich gemacht.

Nokia 6630: Leichter Konzeptfehler, weil Mikro und Kamera nicht in die gleiche Richtung zeigen

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Dafür gibt es im UMTS-Netz von Vodafone einen eigenen Kanal mit einer Datenübertragungsrate von 64 Kbit/sec. Eine fließende Übertragung von Bewegungen ist damit kaum möglich. Aber die Gesprächspartner können sich beim Telefonieren immerhin anschauen, solange sich beide im UMTS-Netz befinden. T-Mobile will das Videotelefonieren nach Angaben seines Sprechers Husam Azrak über die volle UMTS-Bandbreite nutzen.

Um den Kunden das Videotelefonieren schmackhaft zu machen, kostet dies zur Einführung ebensoviel wie ein normales Telefongespräch. Dieser Schnuppertarif wurde bei Vodafone bis April 2005 verlängert. Auch bei T-Mobile soll es eine solche Einführungsphase geben.

Videotelefonie braucht "andere" Kamerahandys

Weil das Kamera-Auge des Handys beim Fotografieren und beim Video-Telefonieren in entgegengesetzte Richtungen blickt, mussten die Hersteller eine Lösung entwickeln, die beiden Anwendungen gerecht wird. Von den sieben neuen UMTS-Handys bei Vodafone ist die Videotelefonie nur beim Nokia 6630 eingeschränkt, weil das Objektiv nicht geschwenkt werden kann.

Das Sharp V902SH hingegen hat gleich zwei Objektive: eines zum Fotografieren mit der hohen Auflösung von zwei Megapixel und ein kleineres auf der Vorderseite. Je nachdem, wie es zusammengeklappt wird, präsentiert sich das neue Sharp-Handy wahlweise als Telefon oder im Funktionsdesign einer Digitalkamera.

Motorola E1000: Extragroßes Bildschirmchen

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Anders gelöst wurde das Problem bei den neuen Geräten von Samsung (Z107 und Z110) sowie beim Sony Ericsson V800. Hier ist die Kamera in alle Richtungen schwenkbar - mal in der Mitte am oberen Gehäuserand angebracht, mal wie beim Z107 an der Seite zum Herausdrücken.

Von den sieben UMTS-Handys im Vodafone-Sortiment gibt es die kleine VGA-Auflösung von 640 mal 480 Pixeln nur noch beim Samsung Z107 und beim Motorola V980 - ansonsten befinden sich alle bereits in der Megapixel-Klasse. Beim Display unterstützen fünf der neuen UMTS-Handys bereits 262.000 Farben, die anderen beiden sind auf 65.000 Farben beschränkt. Mit 320 mal 240 Pixeln haben Samsung Z110, Sharp V902SH und Motorola E1000 einen besonders großen Bildschirm.

Die sieben neuen UMTS-Handys sind bislang erst als Prototypen verfügbar. Vor ihrer Markteinführung werden sie im Düsseldorfer Testzentrum von Vodafone "auf Herz und Nieren getestet", wie Witzke erklärt. Im November sollen dann die Preise und genauen Ausstattungsmerkmale bekannt gegeben werden.

Peter Zschunke, AP



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