Vorlesegerät Bei manchen Büchern soll Kindle stumm bleiben

Der neue Kindle von Amazon kann auch vorlesen - aber nicht jedes Buch, wie der Konzern jetzt mitteilte. Hintergrund: Ein US-Verband hatte erklärt, die Vorlesefunktion des E-Readers verletze die Rechte der Autoren.


Amazon will es den Autoren oder anderen Rechteinhabern künftig freistellen, ob ihre die Vorlesefunktion des E-Readers Zugriff auf ihre Werke bekommt oder nicht. Wer Einspruch erhebt, dessen Buch liest Kindle also künftig auch nicht vor.

In der begleitenden Presseerklärung betonte Amazon, dass es hier nicht um ein juristisches Zurückrudern gehe. "Die experimentelle Text-zu-Sprache-Funktion ist legal: Es wird keine Kopie angefertigt, kein abgeleitetes Werk geschaffen, nichts vorgetragen." Dennoch sei man überzeugt "dass viele Rechteinhaber sich wohler damit fühlen werden, wenn sie das Steuer selbst in der Hand haben".

Der Kopf der Autorenvereinigung Authors Guild, Paul Aiken, hatte in den vergangenen Wochen mehrmals den Standpunkt vertreten, Kindle 2 mache mit der Vorlesefunktion aus Büchern Hörbücher - und für die seien dann weitere Tantiemen an die Urheber fällig. Nach Amazons Kehrtwendung ist Aiken noch nicht restlos überzeugt. Man müsse abwarten, "wie das genau implementiert wird", sagte er dem Tech Blog der "L.A. Times".

Der Kindle ist übrigens längst nicht das einzige Gerät, das aus geschriebenen Worten vorgelesenen Text macht. In Apples Betriebssystem Mac OS X beispielsweise ist eine solche Funktion schon eingebaut. "Text to speech"-Software, die Textdateien vorliest, gibt es in unterschiedlichen Versionen und Qualitätsstufen, teilweise sogar als Freeware - und auch manche Webbrowser können Internetseiten auf Wunsch vorlesen.

cis



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