Windows XP Eierei um MP3

Angeblich will Microsoft den Musikstandard MP3 bei seinem neuen Betriebssystem Windows XP nur eingeschränkt unterstützen, berichtet ein britischer Online-Informationsdienst. Doch der Software-Konzern dementiert umgehend.


[M] DPA

Redmond - Microsoft wolle Windows XP nur mit einer eingeschränkten MP3-Funktionalität auf den Markt bringen, berichtete der britische Internet-Informationsdienst "The Register". So sollten die Aufnahme- und Wiedergabequalität von MP3-Musikdateien "gravierend" eingeschränkt werden. Angeblicher Grund: Urheberrechtsprobleme, da MP3 im Gegensatz zu anderen Formaten keine Möglichkeit für einen Kopierschutz biete. Außerdem wolle sich Microsoft die anfallenden Lizenzgebühren in Höhe von umgerechnet 5,50 Mark je Windows-Kopie für das MP3-Verfahren sparen.

Doch bereits kurze Zeit später kam das Dementi von Microsoft: Der MP3-Standard werde weiterhin unterstützt, schließlich hätten sich Millionen von Usern in der Vergangenheit große Musikdateisammlungen angelegt und MP3 intensiv genutzt. Entgegen der Berichte wolle man MP3 sogar stärker in das System integrieren. So werde der Windows Media Player 8 in Zukunft auch MP3-Musikdateien abspielen können. Der Dateistandard werde dabei über eine offene Schnittstelle integriert, so dass Entwickler ihre eigenen Programme an Windows anbinden könnten.

Also, Ende gut, alles gut? Nicht unbedingt, denn nicht in jedem Fall richtet sich Microsoft nach dem Wunsch seiner Kunden. So hatte das Unternehmen unlängst unter anderem bekannt gegeben, dass Windows XP den immer populärer werdenden Bluetooth-Standard für drahtlose Kommunikation nicht unterstützten wird.



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