Yahoo! Mit kostenlosen Anzeigen Punkte sammeln

Schlechte Anzeigenkonjunktur und das Hickhack um Porno-Angebote - von Geld vielleicht einmal abgesehen braucht das Internetportal Yahoo! derzeit kaum etwas so dringend wie positive Schlagzeilen. Also verschenkt man flugs kostenlose Banner-Anzeigen für gemeinnützige Zwecke.


New York - Marketing-Vizerpräsident Murray Gaylord sagte, bei den Anzeigen handele es um Aufrufe gegen Rassenhass und Umweltzerstörung sowie um Aufklärung zu Aids. Außerdem wolle Yahoo! für einen verbesserten Zugang zu neuen Technologien und die Katastrophenhilfe werben. Insgesamt will das Portal in den kommenden drei Jahren etwa 120 Millionen Banner im Wert von rund drei Millionen Dollar zeigen, sagte Gaylord. Da trifft es sich günstig, dass Yahoo! durch die derzeit schwache Anzeigenkonjunktur ohnehin über fehlende Banner klagt - mithin also genügend Platz für die Gratiswerbung haben dürfte.

Die Anzeigen sollen unter anderen auf dem Bildschirm erscheinen, wenn Yahoo!-Nutzer künftig bestimmte Schlüsselwörter eingeben, zum Beispiel "Nazi" oder "Naturpark". Yahoo! war in der Vergangenheit kritisiert worden, weil Mitglieder von rassistischen Organisationen dort Diskussionsforen einrichteten und Clubs gründeten. Eine Sprecherin der Anti-Diffamierungsliga (ADL), Caryl Stern-LaRosa, begrüßte die Ankündigung, erklärte aber, noch immer biete Yahoo Hassgruppen ein Forum. So gebe es auf den Yahoo!-Internetseiten allein 58 Clubs, die dem Ku-Klux-Klan gewidmet seien. Die Anzeigen könnten wahrscheinlich die Ansichten von Rassisten nicht ändern, aber unschlüssige Jugendliche positiv beeinflussen, sagte Stern-LaRosa.



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