»Das Volk hat gesprochen« Musk verkündet »Generalamnestie« für gesperrte Twitterkonten

In Zukunft dürfen sich neben Ex-US-Präsident Trump auch andere Nutzer auf Twitter tummeln, die zuvor blockiert waren. Einer aber darf nicht zurückkehren. So will es Elon Musk.
Vögelchen im Sinkflug? Werbekunden reagieren zurückhaltend auf Elon Musks Übernahme

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Foto: Susan Walsh / dpa

Twitter-Besitzer Elon Musk hat angekündigt, von dem Kurznachrichtendienst verbannte Accounts in der kommenden Woche grundsätzlich wieder freischalten zu wollen. Zuvor hatte er Nutzer darüber abstimmen lassen, ob es für gesperrte Konten eine »Generalamnestie« geben soll, wenn diese nicht gegen Gesetze verstoßen oder Spamnachrichten verbreitet haben. Eine Mehrheit der teilnehmenden Nutzer sprach sich für eine Reaktivierung aus. »Das Volk hat gesprochen. Nächste Woche beginnt die Amnestie«, schrieb Musk in einem Tweet.

Derartige Erhebungen sind nicht repräsentativ. Es ist unklar, ob und wie viele Stimmen von automatisierten Accounts abgegeben wurden. Nach jüngsten Angaben kommt der Dienst auf mehr als 230 Millionen täglich aktive Nutzer. Bei Ablauf der Umfrage am Donnerstagabend waren mehr als 3,1 Millionen Stimmen eingegangen. Mehr als 72 Prozent davon befürworteten die Freischaltung gesperrter Accounts.

Bereits mehrere umstrittene Konten entsperrt

Musk hatte Ende Oktober angekündigt, dass vor der Wiederaktivierung von Twitter-Konten ein Rat zum Umgang mit kontroversen Inhalten gebildet werden solle. In der vergangenen Woche ließ der Techmilliardär dann ohne Gremium nach einer Nutzerumfrage den Account des früheren US-Präsidenten Donald Trump freischalten. Trump war seit Januar 2021 von Twitter verbannt. Er hatte am 6. Januar Sympathie für seine Anhänger bekundet, die den Sitz des US-Parlaments gestürmt hatten.

Auch weitere umstrittene Twitter-Profile wurden zuletzt entsperrt, darunter die Konten des Psychologen Jordan Peterson und der konservativen Parodieseite »Babylon Bee«, die sich über trans Menschen lustig gemacht hatten. Am Sonntag hatte Musk erklärt, dass Verschwörungstheoretiker Alex Jones nicht zu Twitter zurückkehren dürfe.

Musk hatte Twitter Ende Oktober für rund 44 Milliarden Dollar gekauft. Seit der Übernahme macht dem Unternehmen unter anderem die Zurückhaltung großer Werbekunden zu schaffen. Werbeeinnahmen machten zuletzt rund 90 Prozent der Erlöse aus.

atb/dpa
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