Hacker attackieren Kreml Mehrere Webseiten der russischen Regierung lahmgelegt

Nicht nur die ukrainische Regierung, auch das Aktivisten-Kollektiv Anonymous hatte in den vergangenen Tagen dazu aufgerufen, staatliche Webseiten in Russland anzugreifen. Die Bemühungen zeigen nun offenbar erste Erfolge.
Putin-Spiegelung in einem Brillenglas

Putin-Spiegelung in einem Brillenglas

Foto: Vladimir Konstantinov / REUTERS

Nach der Ankündigung des Aktivistenkollektivs Anonymous, Webseiten der russischen Regierung und staatlicher Medien anzugreifen, zeigen sich offenbar erste Auswirkungen. Die offizielle Website des Kremls, kremlin.ru, die bereits in den vergangenen Tagen wiederholt mit Ausfällen zu kämpfen hatte, war am Samstagabend erneut nicht erreichbar. Auch der Web-Auftritt des russischen Verteidigungsministerium ist derzeit offline. Ob tatsächlich Mitglieder des losen Kollektivs hinter den Angriffen stecken, ist derzeit nicht klar.

Ähnliches gilt auch für die Websiten des Regierungsportals government.ru oder des russischen Staats- und Propagandamediums RT. Wer die Seiten aufruft, kommt derzeit nur mit viel Glück an sein Ziel, da sie vermutlich durch DDoS-Attacken erheblich unter Last stehen. Bei solchen Angriffen werden Server mit einer künstlich generierten Masse an Aufrufen geflutet, bis sie unter der Last zusammenbrechen.

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»Hacktivisten« auf beiden Seiten

Bereits vor Tagen hatte die ukrainische Regierung im Krieg mit Russland Hackerinnen und Hacker dazu aufgerufen, sich für ihr Heimatland einzusetzen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. In Hackerforen tauchte demnach eine Anfrage auf, die wohl im Auftrag der Regierung eingestellt wurde. »Ukrainische Cybercommunity! Es ist an der Zeit, sich an der Cyberverteidigung unseres Landes zu beteiligen«, hieß es in dem Posting. Yegor Aushev, Mitgründer eines Cybersicherheitsunternehmens in Kiew, erklärte gegenüber Reuters, er habe den Beitrag auf Anfrage eines hochrangigen Beamten des Verteidigungsministeriums verfasst

Der Aufruf folgte seinerseits auf den Fund einer Schadsoftware in der Ukraine durch eine IT-Sicherheitsfirma. So sei Mitte der vergangenen Woche auf hunderten Computern im ganzen Land ein sogenannter »Wiper« entdeckt worden. Diese Art von Schadsoftware hat das Ziel, die Daten auf einer infizierten Festplatte dauerhaft unbrauchbar zu machen (Englisch; to wipe). Zu den Opfern gehörten offenbar Regierungsbehörden und ein Finanzinstitut. Erst Anfang Januar hatten IT-Experten einen ähnlichen Wiper-Angriff auf das System der ukrainischen Regierung beobachtet.

Ein Twitter-Account, der dem Aktivistenkollektiv Anonymous zugerechnet wird, deutete am Samstag an, dass sie die Kampagne gegen Putins Regime verstärken wird: »Wir sind überzeugt, dass Sanktionen gegen Putins kriminelles Regime keine Wirkung haben werden...#Anonymous wird heute Nachmittag die Cyberangriffe auf den Kreml intensivieren«.

rai/Reuters