Bericht zu Cyberangriff Pipeline-Betreiber soll Hackern fünf Millionen Dollar Lösegeld gezahlt haben

Nach einem Hackerangriff wird die größte Kraftstoff-Pipeline der USA wieder hochgefahren. Die Betreiberfirma hat den Tätern zuvor offenbar Millionen gezahlt haben. Laut Behörden führt die Spur nach Russland.
Gesperrte Zapfsäule in Maryland: Millionenlösegeld für Hacker?

Gesperrte Zapfsäule in Maryland: Millionenlösegeld für Hacker?

Foto: JIM WATSON / AFP

Knapp eine Woche ist es her, dass Hacker eine der wichtigsten Kraftstoff-Pipelines in den USA angegriffen haben. Inzwischen wird die Colonial-Pipeline wieder hochgefahren. Doch vor dem Benzin floss laut einem Medienbericht viel Geld: Die Betreibergesellschaft soll osteuropäischen Erpressern fast fünf Millionen Dollar gezahlt haben, meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Colonial habe den Betrag nur Stunden nach der Attacke in Form einer nicht zurückverfolgbaren Kryptowährung übermittelt, hieß es unter Berufung auf zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Danach hätten die Hacker Colonial ein Hilfsmittel zur Entschlüsselung zur Verfügung gestellt, um das außer Betrieb gesetzte Computersystem wiederherstellen zu können. Doch dieses habe nur langsam funktioniert, daher habe der Pipeline-Betreiber schließlich auf eigene Datensicherungsinstrumente zurückgegriffen.

Von Colonial war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die US-Bundespolizei FBI macht für den Angriff eine Hackergruppe namens »Dark Side« verantwortlich, die in Russland oder Osteuropa vermutet wird.

Laut US-Präsident Joe Biden gebe es starke Anhaltspunkte dafür, dass die Kriminellen hinter dem Cyberangriff in Russland leben. Moskau sei aber nicht in den Angriff verwickelt gewesen. »Wir glauben nicht, dass die russische Regierung in diesen Angriff involviert war«, sagte Biden im Weißen Haus. Die USA hätten Russland aber aufgefordert, gegen die Täter und solche Cyberangriffe und Erpressungsversuche vorzugehen.

Colonial fährt die Anlagen inzwischen langsam wieder hoch, nachdem der Hackerangriff die Pipeline vergangenen Freitag lahmgelegt hatte. Das hatte auf dem Weltmarkt zu einem Anstieg der Preise für Rohöl und Benzin geführt. Im Südosten der USA kam es zu Hamsterkäufen und langen Schlangen an den Zapfsäulen, vielerorts waren Tankstellen ausverkauft. Eine Verbraucherschutzbehörde warnte Autofahrer davor, Benzin in Plastiktüten abzufüllen.

Nach Einschätzung von Branchenexperten dürfte es etwa zwei Wochen dauern, bis die Kraftstofflager in den USA wieder aufgefüllt sind.

mic/Reuters
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