Gaming-Highlights Das sind die zehn besten Videospiele des Jahres

Alles in allem war 2021 ein eher mittelmäßiges Spielejahr. Doch immer wieder gab es auch positive Überraschungen, von »It Takes Two« bis »Deathloop«. Hier sind die Kauftipps unserer Spieleexperten.
Foto: Sony

»Returnal«

»Returnal« von Housemarque für Playstation 5, USK: ab 16 Jahren, Spieldauer der Hauptgeschichte etwa 20 Stunden

»Returnal« von Housemarque für Playstation 5, USK: ab 16 Jahren, Spieldauer der Hauptgeschichte etwa 20 Stunden

Foto: Sony Interactive Entertainment

Die Weltraumpilotin Selene bruchlandet auf einem fremden Planeten voller Wesen, die ihr nichts Gutes wollen. Dieses schreckliche Erlebnis muss sie wieder, wieder und wieder machen. In »Returnal« schießen sich die Spieler durch unterschiedliche Areale, vom Urwald bis zur Wüste, und sind vor allem darauf bedacht, selbst nicht getroffen zu werden. Denn passiert das zu oft, endet ihr Leben – und es steht schon wieder die Bruchlandung an.

Das Spiel ist ein sogenanntes Rogue-like, das davon lebt, dass die Spieler in etlichen Versuchen gegen die gleichen Gegner antreten – aber unterschiedliche Strategien anwenden. Am Wegesrand findet sich in »Returnal« eine Geschichte um einen Gedächtnisverlust und den Schmerz, die Erinnerungen zurückzuholen. (Matthias Kreienbrink)

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»Spielestudio«

»Spielestudio« von Nintendo für Switch; USK: ab 6 Jahren; Spieldauer etwa 20 Stunden

»Spielestudio« von Nintendo für Switch; USK: ab 6 Jahren; Spieldauer etwa 20 Stunden

Dieser Videospieltitel ist wirklich nicht attraktiv. Im Gegenteil: Wer Gähnen auslösen möchte, schreibt so etwas wie »Spielestudio« auf die Packung. Davon sollte man sich im Fall dieses Nintendo-Spiels jedoch nicht abschrecken lassen. Denn wer sich für das Innenleben von Games interessiert, bekommt mit diesem kleinen Werkzeugkasten spannende Einblicke in die Geheimnisse der Spieleprogrammierung.

Auf unterhaltsame und verständliche Art erfahren die Spieler, wie sich Gegner bewegen, wie Kameras platziert werden, damit sie immer alles im Blick behalten, wie man verborgene Räume schafft oder Hindernisse aufbaut. »Spielestudio« bringt mit einfachen Mitteln ein komplexes Thema nahe. Eine echte Perle. (Carsten Görig)

»Resident Evil 8«

»Resident Evil 8« von Capcom für Playstation 4 und 5, Xbox One und Series X/S und PC, USK: ab 18 Jahren, Spieldauer der Hauptgeschichte etwa zwölf Stunden

»Resident Evil 8« von Capcom für Playstation 4 und 5, Xbox One und Series X/S und PC, USK: ab 18 Jahren, Spieldauer der Hauptgeschichte etwa zwölf Stunden

Foto: Capcom

Ethan Winters hat es nicht leicht. In »Resident Evil 7« wurde seine Hand abgetrennt und notdürftig wieder angenäht. Im neuen Teil der Reihe findet er sich nun, sicherlich zu leicht bekleidet, in einem winterlichen Dorf im Osten Europas wieder, um seine entführte Tochter zu retten. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad haben die Spieler dabei mit den Einwohnern dieses Landstrichs genauso zu kämpfen wie mit Munitionsknappheit und ausbleibendem Heilmittel.

»Resident Evil 8« lebt von seinen abwechslungsreichen Kulissen und den äußerst skurrilen Lords, die jedem Areal vorstehen. An den Horror der ersten Serienteile reicht es dabei selten heran. Aber in seiner lustvollen Absurdität ist es ein umso unterhaltsameres Spiel. (Matthias Kreienbrink)

»Forza Horizon 5«

»Forza Horizon 5« von Microsoft für Xbox Series X/S, Xbox One und PC; USK: ab 6 Jahren; Spieldauer der Kampagne circa 20 Stunden

»Forza Horizon 5« von Microsoft für Xbox Series X/S, Xbox One und PC; USK: ab 6 Jahren; Spieldauer der Kampagne circa 20 Stunden

Foto: Microsoft

Gerüchteweise gibt es Menschen, die Rennspiele eher nicht mögen und denen zudem Autos recht egal sind. Doch sogar die könnten sich von »Forza Horizon 5« begeistern lassen, indem sie das Spiel einfach als einen Urlaub auf der Konsole begreifen. Denn allein die schier endlosen Fahrten durch ein – in Richtung Urlaubsprospekt gedrehtes – Mexiko machen einfach Spaß, auch ohne inhaltlichen Tiefgang.

Ob nun gerade eine Erkundungsfahrt am Vulkan ansteht oder ein Ausflug an die Küste, ob es um ein Wüstenrennen geht oder um eine Exkursion in alte Tempelanlagen: Das Spiel schafft es wie kaum ein anderes, ein Gefühl automobiler Freiheit zu vermitteln. (Carsten Görig)

»Death's Door«

»Death's Door« von Acid Nerve für Playstation 4 und 5, Xbox One und Series X/S, Nintendo Switch und PC, USK: ab 12 Jahren, Spieldauer der Hauptgeschichte etwa zehn Stunden

»Death's Door« von Acid Nerve für Playstation 4 und 5, Xbox One und Series X/S, Nintendo Switch und PC, USK: ab 12 Jahren, Spieldauer der Hauptgeschichte etwa zehn Stunden

Foto: Devolver Digital

Ein Spiel, das einem die Möglichkeit gibt, eine Seelen sammelnde Krähe zu steuern? Diese Chance sollte man unbedingt wahrnehmen. »Death's Door« ist eine gelungene Mischung aus »Zelda« und »Dark Souls« – schafft es aber, in dieser Schnittmenge eine eigene Identität zu kreieren.

Die Spieler kämpfen, rollen und springen durch sorgfältig erdachte Dungeons, um schließlich, so wollen es die Konventionen, vor einem dicken Endgegner zu stehen. Das alles tun sie, um an die wertvollen Seelen zu kommen, die unsere Krähe sonst eigentlich, vom Schreibtisch aus, in einem mühsamen bürokratischen Prozess ins Jenseits schicken muss.

»Death's Door« ist herausfordernd aber nie unfair. Es will, dass die Spieler aufmerksam sind – dabei aber nie den Humor verlieren. Schließlich steuern sie eine Seelen sammelnde Krähe. (Matthias Kreienbrink)

»Life is Strange: True Colors«

»Life is Strange: True Colors« von Deck Nine Games für Playstation 4 und 5, Xbox One und Series X/S, Nintendo Switch, Google Stadia und PC, USK: ab 12 Jahren, Spieldauer der Hauptgeschichte etwa zwölf Stunden

»Life is Strange: True Colors« von Deck Nine Games für Playstation 4 und 5, Xbox One und Series X/S, Nintendo Switch, Google Stadia und PC, USK: ab 12 Jahren, Spieldauer der Hauptgeschichte etwa zwölf Stunden

Foto: Square Enix

Alex Chen ist in einer Pflegefamilie aufgewachsen und findet nach Jahren ihren Bruder wieder. Der lebt, zufrieden und gesetzt, in einem kleinen Bergdorf, das die Spieler im Laufe der Geschichte kennenlernen und erkunden. Doch die Freude des Wiedersehens hält nicht lange an. Der Bruder stirbt bei einem unaufgeklärten Unfall, und Chen ist fortan getrieben davon, dem Grund auf die Spur zu kommen.

In gewohnter »Life is Strange«-Manier unterhalten sich die Spieler also mit den Bewohnern des Dorfs, stehen vor etlichen mal mehr, mal weniger gravierenden Entscheidungen und folgen einer Geschichte, die sie selbst beeinflussen können.

»True Colors« schafft es dabei gekonnt, eine emotionale Tiefe ins Spiel zu bringen, die nur selten ins Kitschige abdriftet. Am Ende des Spiels dürften viele über ihre eigenen Entscheidungen grübeln – um dann von vorn anzufangen. (Matthias Kreienbrink)

»It Takes Two«

»It Takes Two« von EA für Playstation 4/5; Xbox One, Xbox X/S, PC; USK: ab 12 Jahren; Spieldauer etwa zehn Stunden

»It Takes Two« von EA für Playstation 4/5; Xbox One, Xbox X/S, PC; USK: ab 12 Jahren; Spieldauer etwa zehn Stunden

Foto: EA

Gemeinsam spielen: Das ist etwas, das dem schwedischen Studio Hazelight wichtig ist. Das vom Regisseur und Schauspieler Josef Fares gegründete Unternehmen hat nach dem Actiontitel »A Way Out« mit »It Takes Two« bereits das zweite Spiel veröffentlicht, das man nur gemeinsam bestreiten kann. Am meisten Spaß macht das nebeneinander auf dem Sofa.

Im Fall von »It Takes Two« schlüpft man in zwei Puppen und beginnt eine Art virtuelle Paartherapie, mit dem Ziel, dass sich die Protagonisten wieder versöhnen. Das klingt verkopfter, als es ist, denn als Duo muss man hauptsächlich gemeinsam Herausforderungen bestehen und kleine Probleme lösen. Vielleicht nimmt man aber auch ein paar Ideen für das gemeinsame Leben mit. (Carsten Görig)

»Loop Hero«

»Loop Hero« von Four Quarters für Nintendo Switch, Mac und PC, USK: ab 12 Jahren, Spieldauer der Hauptgeschichte etwa 30 Stunden

»Loop Hero« von Four Quarters für Nintendo Switch, Mac und PC, USK: ab 12 Jahren, Spieldauer der Hauptgeschichte etwa 30 Stunden

Foto: Devolver Digital

Das Leben kann trist sein; grau und trüb in seiner immerwährenden Wiederholung ohne erlösenden Ausweg. »Loop Hero« zelebriert diesen Zustand. In minimalistischer Pixeloptik bewegen sich die Spieler in einem Kreis. Mehr noch, sie bewegen sich nicht selbst, sie werden bewegt.

Treffen sie in dem Rund auf Gegner, beginnt ein automatisierter Kampf. Und falls der Recke gut genug ausgerüstet ist, gewinnen die Spieler das Gefecht. Dann bekommen sie neue Ausrüstung und Karten, die sie auslegen können. Darauf sind etwa Wälder, Friedhöfe oder Geisterschlösser abgebildet, die unterschiedliche Effekte auf das Spiel haben: Sie fügen neue Gegner hinzu, erhöhen die Chance, gute Gegenstände zu bekommen, oder maximieren die Lebenskraft der Spieler.

Was anstrengend klingt, ist so originell wie unterhaltsam: »Loop Hero« lebt vom Ansporn der Spieler, beim nächsten Mal noch ein paar Runden mehr zu überleben. Denn es zeigt sich: Wer die Tristesse aushält, der durchbricht sie schlussendlich. (Matthias Kreienbrink)

»Deathloop«

»Deathloop« von Bethesda für Playstation 5 und PC, USK: Ab 18 Jahren; Spieldauer circa 25 Stunden

»Deathloop« von Bethesda für Playstation 5 und PC, USK: Ab 18 Jahren; Spieldauer circa 25 Stunden

Foto: Bethesda

Gefangen in einer Zeitschleife, treten zwei Killer gegeneinander an. Einer soll die Schleife durchbrechen, die eine Insel im nordischen Meer in einem bestimmten Tag gefangen hält. Seine Gegnerin will das verhindern. Das Ergebnis ist eines der ungewöhnlichsten und besten Spiele des Jahres.

Obwohl man viele Szenen zigmal spielt und sie eigentlich immer gleich ablaufen, sind sie doch jedes Mal anders. Mit jedem kleinen Ereignis, das man ändert, mit jeder erledigten Aufgabe gibt die Insel mehr von ihren Geheimnissen preis, und man findet andere Wege, seine Ziele zu erreichen.

»Deathloop« ist das neueste Spiel der »Dishonored«-Entwickler. Das merkt man an jeder Ecke des Spiels: an seiner Vielschichtigkeit, an der Detailversessenheit und der Spieltiefe. Und daran, dass man »Deathloop« immer wieder spielen kann. (Carsten Görig)

»Ratchet & Clank: Rift Apart«

»Ratchet & Clank: Rift Apart« von Sony für Playstation 5; USK: ab 12 Jahren; Spieldauer circa zehn Stunden

»Ratchet & Clank: Rift Apart« von Sony für Playstation 5; USK: ab 12 Jahren; Spieldauer circa zehn Stunden

Foto: Sony

Es gibt noch nicht so viele gute Gründe, sich eine Playstation 5 zu kaufen (wenn man denn überhaupt eine findet): »Ratchet & Clank: Rift Apart« aber ist einer davon. Die entwaffnend freundliche Hauptfigur Ratchet erlebt darin gemeinsam mit ihrem Sidekick Clank ein Abenteuer, dessen Sinn und Hintergrund man spätestens nach einer halben Stunde komplett verdrängt hat.

Dinge explodieren, es wird geschossen, man reist übergangslos zwischen Zeitebenen herum. Die Zwischensequenzen und das Spielgeschehen greifen nahtlos ineinander und nehmen einen mit in die Spielwelt. Das alles ist nicht sonderlich tiefgehend, aber sehr gutes Popcorn-Gaming. (Carsten Görig)