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US-Sanktionen

Adobe sperrt alle Nutzerkonten in Venezuela

Als Reaktion auf eine Anordnung der US-Regierung wird Adobe alle Nutzerkonten in Venezuela deaktivieren. Software wie Photoshop, InDesign und Acrobat funktioniert dann nur noch eingeschränkt oder gar nicht.

REUTERS

Adobe-Nutzer in Venezuela werden aus ihren Konten ausgesperrt

Dienstag, 08.10.2019   13:58 Uhr

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Mit der Exekutivanweisung 13884 verbietet die US-Regierung praktisch jede Transaktion zwischen Unternehmen, Organisationen und Personen aus den USA und Venezuela. Davon betroffen sieht sich auch der Softwarehersteller Adobe. Das Unternehmen kündigte nun an, am 29. Oktober alle Nutzerkonten in Venezuela zu deaktivieren.

Bis zum Tag davor haben Nutzer die Möglichkeit, ihre online gespeicherten Inhalte herunterzuladen, danach ist ein Zugriff bis auf Weiteres nicht mehr möglich. Zunächst hatte Adobe zudem mitgeteilt, dass es keine Rückzahlung von bezahlten, aber nicht mehr nutzbaren Abonnements geben werde, weil auch das durch die Anordnung der US-Regierung untersagt sei. Mittlerweile hat das Unternehmen diese Aussage zurückgenommen - man werde Ende des Monats Rückzahlungen "für jede Lizenzperiode leisten, die bezahlt wurde und nicht genutzt werden kann".

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Mit "Creative Cloud" setzt Adobe auf eine Onlinelösung zur Verwaltung der Abos für beliebte Programme wie Photoshop, Lightroom, Illustrator, InDesign oder Acrobat. Die Programme lassen sich zwar zunächst auch offline nutzen, aber nicht weiter bezahlen, updaten oder geräteübergreifend verwenden. Kostenpflichtige Programme sind folglich gar nicht mehr nutzbar, wenn sie nicht weiter bezahlt werden können. Aber auch kostenlose Dienste wird Adobe nach eigenen Angaben nicht mehr in Venezuela anbieten, mit Ausnahme von Behance.

Die Deaktivierung dürfte deshalb vor allem Künstler, Medien und Nichtregierungsorganisationen in Venezuela treffen. "Wir bedauern jegliche Unannehmlichkeiten", teilte Adobe auf Anfrage von "The Verge" mit. Man werde die Situation weiter genau beobachten und bewerten.

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Hinweis vom 11.10.: Die Angaben zu Rückzahlungen durch Adobe sowie zu Behance wurden aktualisiert.

pbe

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