Ärger für Apple Deutsche Verbraucherschützer klagen gegen iTunes-DRM

Apples iTunes Shop gilt als üppiges Angebot, das seinen Nutzern vergleichsweise preiswerte Waren bietet. Doch iTunes-Songs sind auch an ein rigides Digital Rights Management gebunden. Das wollen die Verbraucherzentralen ändern. Nach Informationen des SPIEGEL klagt ihr Verband gegen Apple.


Die deutschen Verbraucherschützer wollen mit einer Klage den Computerkonzern Apple dazu zwingen, seinen Online-Musikvertrieb iTunes konsumentenfreundlicher zu gestalten. Bisher ist die Weitergabe von gekaufter Musik von dort nur sehr eingeschränkt möglich. So kann ein bei iTunes gekaufter Song nur auf fünf autorisierten Computern abgespielt werden. Mit einer Klage wollen die Verbraucherschützer erreichen, dass die Kunden von iTunes freier entscheiden können, an wen sie die Musik weitergeben.

Apple-Chef und Tech-Ikone Steve Jobs: Kritik von Kundenschützern
AFP

Apple-Chef und Tech-Ikone Steve Jobs: Kritik von Kundenschützern

"Wenn ich Musik bei iTunes kaufe, muss ich darüber genauso frei verfügen können wie über eine CD", sagt Gerd Billen, Vorsitzender des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen. Einen Etappensieg haben die Verbraucherschützer schon erreicht: Anfang Dezember unterschrieb iTunes eine Unterlassungserklärung, die es künftig untersagt, dass die Firma die Nutzungsbedingungen für ihre Kunden nach Gutdünken ändern kann.

Apple-Chef Steve Jobs stellt sich selbst gern als Gegner der unbeliebten DRM-Systeme dar und gehört zu den treibenden Kräften, die großen Musiklabels dazu zu bewegen, ihre Waren künftig ohne Kopierschutz anzubieten. Zugleich aber koppelt Apple alle bei iTunes erworbenen digitalen Waren eng an die eigenen Produkte: Das hauseigene DRM-System Fairplay sorgt dafür, dass iTunes-Waren nur auf Rechnern abgespielt werden können, auf denen entsprechende Apple-Software installiert ist. Die Nutzung auf mobilen Playern ist allein auf die iPods, das iPhone sowie auf die als iTunes-Handys verkauften Motorola-Modelle beschränkt.

Vor allem gegen diese Kopplung gab es bereits eine ganze Reihe von Klagen: Sie ermöglichte es Apple trotz eines deutlich verspäteten Markteintritts, die iPod-Produktreihe zum größten Verkaufserfolg auf dem MP3-Player-Markt zu machen. Das Konzept bindet Kunden: Wer eine iTunes-Musiksammlung besitzt, kann diese nur so lange mobil nutzen, wie er über einen iPod oder ein anderes von Apple lizenziertes Gerät verfügt.



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