Roboter für den Haushalt Sony macht Aibo zum Wachhund

Manche finden ihn süß, andere gruselig: Über den Sinn und vor allem den Preis von Sonys 2017 neu aufgelegtem Roboterhund Aibo lässt sich lange streiten. Jetzt bekommt er mehr Funktionen - und eine neue Farbe.

Aibo-Modelle
FRANCK ROBICHON/EPA-EFE/REX

Aibo-Modelle


Auf Wunsch geht Aibo künftig im Haushalt auf Patrouille. Sony kündigte am Mittwoch in Japan an, dass Besitzer des Roboterhunds bald einzelne Bereiche in den Wohnräumen festlegen können, auf die Aibo zu bestimmten Zeiten aufpassen soll. Das mit Kameras und Mikrofonen ausgestattete mechanische Spielzeug kann sich laut Sony bis zu zehn Gesichter merken und so Bewohner erkennen.

Als Basis für die neue Funktion erstellt Aibo zunächst mit seiner Kamera einen Plan der Räume. Seinem Besitzer kann Aibo Informationen über die Lage daheim aufs Smartphone übermitteln, Sony arbeitet dafür mit der Sicherheitsfirma SeCom zusammen.

"Sie können prüfen, wie es entfernt lebenden Familienmitgliedern geht oder was Kinder so machen, wenn sie nach Hause kommen", sagte Projektleiter Izumi Kawanishi vor Journalisten. "Wir wollen, dass Sie sich durch das Leben mit Aibo ein bisschen sicherer fühlen und zugleich Spaß haben." Sony spricht in diesem Zusammenhang von "Securitainment".

Aibo-Roboterhunde
FRANCK ROBICHON/EPA-EFE/REX

Aibo-Roboterhunde

Neue Möglichkeiten für Entwickler

In einer limitierten Auflage verkauft der Konzern jetzt auch einen Aibo in Brauntönen, der einem Beagle ähnlich sehen soll. Bisher waren die Roboterhunde nur in Grau erhältlich. Sony hatte die aktuelle Aibo-Version im November 2017 auf den Markt gebracht - mehr als ein Jahrzehnt, nachdem das Originalmodell eingestellt worden war.

In Japan kostet der Aibo 198.000 Yen (knapp 1600 Euro), in den USA rund 2900 Dollar (rund 2500 Euro). Zusätzlich zum Verkaufspreis will Sony über die Lebenszeit des Roboterhundes hinweg auch durch Aboangebote Geld verdienen. Eine Aibo-Markteinführung in Europa wurde zwar in Aussicht gestellt, Näheres dazu ist aber nicht bekannt.

Fotostrecke

13  Bilder
Bruder Android: Die Obsession mit dem künstlichen Menschen

Im Vergleich zum Originalmodell kann die Aibo-Neuauflage unter anderem besser mit den Besitzern interagieren. So erkennt Aibo nun ein Lächeln oder lobende Worte und nimmt dank Sensoren auch Streicheln an Kopf oder Rücken wahr. Zudem kann der Mini-Roboter mithilfe künstlicher Intelligenz sein Verhalten an die Reaktionen von Menschen anpassen.

mbö/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.