Angriff über Link-Verkürzer Aktivisten manipulieren Obama-Tweets

Es war eine Attacke durch die Hintertür: Weil sie sich keinen direkten Zugang zu den Accounts verschaffen konnten, mit denen Barack Obama in sozialen Netzwerken aktiv ist, nutzen Angreifer eine andere Methode, um dem US-Präsidenten manipulierte Inhalte unterzuschieben.

Twitter-Account von Barack Obama: Manipulierte Links führen zu Gewalt-Video

Twitter-Account von Barack Obama: Manipulierte Links führen zu Gewalt-Video


Washington - Das Twitter-Konto und die Facebook-Seite von US-Präsident Barack Obama sind am Montag von Hackern angegriffen worden. Zu der Attacke bekannte sich die "Syrian Electronic Army" (SEA), die aus Unterstützern des syrischen Machthabers Baschar al-Assad bestehen soll. Die Aktion solle die weltweite Spionage des US-Geheimdienstes NSA vergelten, teilte die Gruppe über ihr eigenes Twitter-Konto mit. "Obama hat keine ethischen Bedenken dabei, die Welt auszuspionieren, also haben wir die Aufgabe übernommen, uns bei ihm zu revanchieren."

Einen direkten Zugang zu den Konten, mit denen der US-Präsident sich in den sozialen Netzwerken präsentiert, konnten sich die Angreifer aber nicht verschaffen. Sie nutzten einen Umweg, manipulierten die Zieladresse eines Links in einer Obama-Nachricht. Statt zu einem Artikel in der "Washington Post" führte sie dieser Link zu einem 24 Minuten langen YouTube-Video mit dem Titel "Syria facing terrorism", in dem gewalttätige Szenen zu sehen waren. Mittlerweile hat YouTube das Video entfernt.

Ein Mitarbeiter von Obamas Kampagnen-Team "Organizing for Action", das auch die Aktivitäten des Präsidenten in den sozialen Netzwerken abwickelt, sagte der "Huffington Post", dass die Gruppe sich lediglich Zugang zum Link-Verkürzer verschafft habe, den Obamas Mitarbeiter nutzen.

Die SEA hatte sich bereits zu Attacken auf Twitter-Profile großer Medienunternehmen bekannt, darunter die "Financial Times", der britische Sender BBC und die US-Nachrichtenagentur AP. Vor zwei Monaten bekannte sie sich auch zu einem Angriff auf die Seite der "New York Times", deren Nachrichtenportal für mehrere Stunden nicht erreichbar war.

mak/dpa

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