US-Rechtspopulist Twitter sperrt Account von Alex Jones dauerhaft

Nachdem viele Plattformen die Inhalte des rechten Verschwörungstheoretikers Alex Jones aus ihrem Angebot gelöscht hatten, stand Twitter in der Kritik, denn das Unternehmen verzichtete darauf. Bis jetzt.
Alex Jones

Alex Jones

Foto: JIM BOURG/ REUTERS

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat den Account des US-Verschwörungstheoretikers Alex Jones  dauerhaft gesperrt. Das Gleiche gelte auch für den Twitter-Auftritt seiner umstrittenen Website "Infowars". Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in einem Tweet mit und begründete den Schritt mit wiederholten Verstößen gegen die Richtlinien des Kurznachrichtendienstes.

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Der ehemalige Radiomoderator aus Texas hatte in der Vergangenheit unter anderem verbreitet, dass die US-Regierung an den Anschlägen am 11. September 2001 in New York beteiligt gewesen sei. Auch behauptete er, dass der Amoklauf an der Sandy Hook High School von Schauspielern inszeniert worden oder dass der Klimawandel ein Mythos sei.

Mitte August hatte Twitter den Account von Jones bereits vorübergehend für eine Woche gesperrt, nachdem der rechtspopulistische Journalist ein Video verlinkt und Unterstützer dazu aufgerufen hatte, ihre "Kampfgewehre" unter anderem gegen Medien bereitzuhalten. Jones hatte etwa 890.000 Follower bei Twitter.

Zuletzt hatten alle wichtigen Onlineplattformen Jones' umstrittene Botschaften ganz oder teilweise aus ihrem Angebot genommen. Nachdem Apple und Spotify dessen "Infowars"-Podcasts gelöscht hatten, entfernte auch Facebook vier seiner Seiten. Facebook nannte unter anderem die Verherrlichung von Gewalt als einen Grund. Auch der Alex-Jones-Kanal auf YouTube mit mehr als 2,4 Millionen Abonnenten ist nicht mehr abrufbar.

Allein Twitter hatte Jones weiterhin eine Plattform geboten - und war deshalb zunehmend unter Druck geraten. Mitgründer und Chef Jack Dorsey schrieb Anfang August: "Wir haben Alex Jones oder 'Infowars' gestern nicht gesperrt. Wir wissen, dass das für einige schwer zu verstehen ist, aber der Grund ist simpel: Er hat nicht gegen unsere Regeln verstoßen." Seine Topmanagerin Del Harvey wurde in einem internen Memo  deutlicher: Zwar habe Jones auch auf Twitter schon "verwerfliche" Inhalte veröffentlicht, aber die wären erst nach den heute gültigen Richtlinien untersagt, nicht nach den damals geltenden. In den USA hat die Meinungsfreiheit einen besonders hohen Stellenwert.

lie/dpa
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