Amazon Prime Day Liebe Leserin, lieber Leser,

Foto: SPIEGEL ONLINE

wer in den nächsten Stunden bei Amazon vorbeischaut, kann dort manches Schnäppchen machen. Noch besser ist es heute aber womöglich, normal zu arbeiten oder - falls möglich - raus in die Sonne zu gehen. So könnte einem der ein oder andere überflüssige Onlinekauf erspart bleiben. Seit Montag, 12 Uhr, läuft bei Amazon der Prime Day, ein Angebotstag für zahlende Prime-Abonnenten, den die Firma nach 30 Stunden im Vorjahr diesmal auf 36 streckt.

Mich nervt das. Schön und gut, dass Amazon unter anderem mit zahlreichen limitierten "Blitzangeboten" daherkommt, vom Teppichkehrer bis zum Massagegerät, teils im Fünfminutentakt. Wer am Prime Day Schnäppchen machen will, zahlt aber auch mit Zeit und Nerven. Amazons Seite ist noch bis Dienstag, 24 Uhr, voll von Countdowns und Reservierungsanzeigen, die den Nutzer unter Entscheidungsdruck setzen. Bei vielen Produkten weiß man vor dem eigentlichen Angebotsstart auch nur, dass sie zu einer bestimmten Uhrzeit rabattiert sein werden - aber nicht wie sehr.

Amazon-Pakete

Amazon-Pakete

Foto: Patrick Semansky/ AP

Amazon will die Schnäppchenjäger so wohl möglichst oft auf seine Seite bekommen, in der Hoffnung, dass sie dort auch Dinge bestellen, nach denen sie gar nicht gesucht haben.

Das funktioniert: Ich etwa habe beim letzten Prime Day einen Kindle Paperwhite gekauft, aber auch einen Luftbefeuchter und ein Solarladegerät, weil beide ein Schnäppchen zu sein schienen. Das Lesegerät war sinnvoll, bei den beiden anderen Produkten habe ich mich von Amazon hetzen und vom Preis blenden lassen - und dem Gedanken, ich könnte sie in meinen Alltag integrieren. War dann doch nicht so. Deshalb werde ich diesmal zumindest die "Blitzangebote" ignorieren.

Entscheiden Sie sich anders, sollten Sie auch am Prime Day grundsätzlich alle Preise vergleichen, egal, wie viel Druck Ihnen ein Countdown macht. Auf Spielekonsolen etwa verspricht Amazon bis zu 20 Prozent Rabatt. Das sind gerade mal Nachlässe, wie sie auch bei Angeboten in Elektromärkten üblich sind.

Amazons Echo Show

Amazons Echo Show

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Recht günstig und stressfrei lässt sich gerade immerhin viel von Amazons eigener Technik bestellen, darunter Echo-Assistenten und Fire-Gadgets: Sie gibt es - wie manch andere Produkte Dritter auch - die gesamten 36 Stunden lang zum Spezialpreis. Der Echo Show samt Sieben-Zoll-Display etwa kostet aktuell 120 statt sonst 220 Euro, der Fire-TV-Stick mit Alexa 25 statt 40 Euro und der Kindle Oasis 180 statt 230 Euro. Für den Kindle Paperwhite verlangt Amazon wie vor einem Jahr 70 Euro.

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Superflacher E-Reader von Amazon: Das ist der neue Kindle Oasis

Foto: Amazon

Seltsame Digitalwelt: Ein überraschend anziehendes Spiel

Seit Langem suchte ich ein Brettspiel für unterwegs, das ich auch mit Leuten spielen kann, die keine Lust auf lange Regelwerke haben. In den USA bin ich per Zufall fündig geworden: Ein Verkäufer drehte mir in einem Spielzeugladen "Yikerz!" an, ein Spiel von 2009, in dem man abwechselnd versucht, je einen von 20 Magneten auf dem Spielfeld zu platzieren, ohne dass sich dort bereits abgelegte Magneten anziehen.

US-Einkauf "Yikerz!"

US-Einkauf "Yikerz!"

Foto: SPIEGEL ONLINE

Das Spiel kaufte ich dem Mitarbeiter nach einer Testrunde vor allem aus Höflichkeit ab, für 20 Dollar. In Deutschland stellte ich aber bald fest, dass es bei ziemlich vielen Leuten ziemlich gut ankommt. Es geht schnell, hat supersimple Regeln, und Magneten faszinieren Kinder wie Erwachsene. So bin ich nach vielen Duellen im Bekanntenkreis jetzt so weit, dass ich mich ärgere, nur ein Exemplar gekauft zu haben - online wird das Magnetspiel nämlich nur zu hohen Preisen vertrieben, etwa für 130 und 190 Euro.

Update, Dienstag, 8.35 Uhr: Zwei Leser haben das Spiel online auch günstiger entdeckt, für rund 25 Dollar . Danke für den Hinweis!

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App der Woche: "Fracter"
getestet von Tobias Kirchner

Foto: 4L Games

Im Spiel "Fracter" müssen Rätsel in einer Schattenwelt gelöst werden. Die Protagonistin durchstreift dabei Orte, die aus Formen und atmosphärischem Licht bestehen. Die einzigartigen und einfallsreichen Rätsel werden von stimmungsvoller Musik begleitet. Das Zusammenspiel von Optik und Sound macht "Fracter" zu einem tollen Rätselspiel, das beim Abschalten hilft.

Für 4,19 Euro (Android ) oder für 4,49 Euro (iOS ), ohne In-App-Käufe

Fotostrecke

Die besten Game-Apps: Lohnenswerte Spiele für iOS und Android

Foto: Playdigious


Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

  • "A Landmark Legal Shift Opens Pandora's Box for DIY Guns " (Englisch, circa zwölf Leseminuten)
    Der 25-jährige Cody Wilson veröffentlichte eine Bauanleitung für Schusswaffen aus dem 3D-Drucker - und geriet deshalb mit der US-Regierung aneinander. Das Magazin "Wired" erklärt nun, wie es um Wilson steht: Bald nämlich will er wieder Pläne für Do-it-yourself-Waffen ins Netz stellen.

  • "Sex, Beer and Coding: Inside Facebooks Wild Early Days " (Englisch, 20 Leseminuten)
    Und noch ein spannendes "Wired"-Stück: Dieser Buchauszug aus "Valley of Genius" von Adam Fisher gibt Einblicke in die Anfangstage von Facebook. Darin erfährt man zum Beispiel, was auf Mark Zuckerbergs erster Visitenkarte stand: "I'm CEO ... bitch."

  • "Juristin erklärt: Was tun, wenn ich eine Filesharing-Abmahnung bekomme? " (fünf Leseminuten)
    Wie soll man reagieren, wenn man - zu Recht oder zu Unrecht - eine Abmahnung erhalten hat? Anna Biselli von "Motherboard" hat der Anwältin Beata Hubrig all jene Fragen gestellt, die Betroffene im Zweifel bewegen.

Ich wünsche Ihnen eine sonnige Woche, Ihr

Markus Böhm

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