Test in München Amazon schickt Pakete in den Kofferraum

Geht es nach Amazon, legen Postboten die Pakete künftig direkt in den Kofferraum der Kunden. Bei einem Testprojekt prüft der Onlinehändler, ob sich das Auto als mobile Paketbox eignet.
Paketbox im Kofferraum: Amazon testet die Zustellung auf Parkplätze

Paketbox im Kofferraum: Amazon testet die Zustellung auf Parkplätze

Foto: Audi

Amazon liefert ab dem kommenden Monat auch an Parkplätze. Im Großraum München stellen für das Projekt einige Testkunden ihren Autokofferraum als Paketbox zur Verfügung. Ziel sei es, den Kunden "einen Zustellort zu bieten, der immer verfügbar und bequem ist", sagt Michael Pasch, der für Amazon Prime in Europa verantwortlich ist.

Die Idee: Der Postbote erhält eine Zugangsberechtigung, um den Kofferraum des Wagens zu öffnen. Dort legt der Zusteller das Paket hinein. Sobald er die Heckklappe schließt, werden automatisch alle Türen verriegelt. Der Code verfällt, sobald der Kofferraum einmal geöffnet wurde.

Nach Angaben von Amazon  genügt es, bei der Bestellung im Internet den ungefähren Standort des Wagens anzugeben. Das Fahrzeug muss allerdings für den Zusteller erreichbar sein, also etwa auf einem öffentlichen Parkplatz, einem zugänglichen Firmenparkplatz oder auf der Straße vor der Wohnung stehen.

Der Postbote ortet den Wagen mit einer speziellen Smartphone-App, mit der er das Auto auch öffnen kann. Dessen Besitzer wird per E-Mail benachrichtigt, wenn das Paket angekommen ist.

Die Sicherheitsfrage wird noch diskutiert

Laut dem Autobauer Audi sollen Kunden die Paketbox im Kofferraum künftig auch nutzen können, um Pakete und Briefe zu verschicken. Amazon bremst die Erwartungen jedoch ein wenig. "Wir arbeiten auch an einer Lösung für Retouren aus dem Kofferraum", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Auch die Frage nach der Sicherheit ist offenbar noch nicht vollständig geklärt. Die Partner betonen zwar, dass die Fahrzeugsicherheit die höchste Priorität hat. Man arbeite aber noch "gemeinsam an innovativen Lösungen".

Amazon kooperiert für das Projekt mit Audi und dem Zusteller DHL. Sollte sich die Kofferraum-Lieferung durchsetzen, wird der Zustellservice Amazons Premium-Kunden vorbehalten bleiben, die knapp 50 Euro pro Jahr für das sogenannte Prime-Abonnement zahlen.

Das US-Unternehmen arbeitet immer wieder an neue Liefermethoden. Zuletzt präsentierte Amazon die Idee einer Drohnen-Zustellung, die sich in Deutschland wegen rechtlicher Bestimmungen aber kaum umsetzen lassen wird. Die Kofferraum-Lieferung dagegen könnte eine interessante Alternative zu Paketboxen und ähnliche Abgabestellen sein - vorausgesetzt, man hat genug Vertrauen in das System und ein technisch dafür ausgerüstetes Auto.

jbr
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