Angeklickt Grumpy Cat in Öl und andere Mem-Gemälde

Lauren Kaelin

Von


Eine grimmig dreinschauende Katze, fotografiert von ihren Aufpassern: Das Bild der "Grumpy Cat" haben viele Internetnutzer kopiert und weitergeschickt. Aus der scheinbar stets schlecht gelaunten Katze wurde ein kleiner Star, die pixeligen Fotos zu einem festen Bestandteil der kollektiven Webkultur.

Solche Meme malt Lauren Kaelin auf Leinwand. Ihre Kunstwerke nennt die 25-Jährige aus Brooklyn "Benjameme", eine Anspielung auf den Philosophen Walter Benjamin. Der schrieb 1935 vom "Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" und stellte fest, dass vielfach kopierte Werke ihre Aura verlieren, weil sie nicht mehr einzigartig sind.

Als Ölgemälde sind "Grumpy Cat" und die anderen von Kaelin gemalten Meme (mehr Beispiele in der Fotostrecke) wieder einzigartig. Das Interesse an ihren Originalen ist groß, sogar im Fernsehen ist sie mit den "Benjamemes" schon aufgetreten. Um sich nicht von den Gemälden trennen zu müssen, verkauft sie mittlerweile Drucke über ihre Website.

Mehrere hundert Bilder hat sie technisch reproduziert und verschickt. Um bei Walter Benjamin zu bleiben: Kaelin hat die Massenhaftigkeit und Beweglichkeit der Kunstwerke wieder hergestellt. Ein bisschen aufwendiger als klicken und kopieren bleibt der Erwerb eines Druckes trotzdem. Vielleicht bleibt auch ein wenig Aura übrig.

Mehr zum Thema


Diskutieren Sie mit!
13 Leserkommentare
zweimeterzwerg 14.06.2013
willi_werkel 14.06.2013
lug&trug 14.06.2013
k-f-a 14.06.2013
Ole Reißmann (SPON-Redakteur) 14.06.2013
priapicplatypus 14.06.2013
BettyB. 14.06.2013
mcmercy 14.06.2013
diehanswursthans 14.06.2013
steffen420 14.06.2013
meme macher 14.06.2013
woitschi 14.06.2013
heisw 14.06.2013

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.