Angeklickt Lachen gegen die Gefahrenzone

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Ganze Viertel stehen unter Generalverdacht. Die Hamburger Polizei hat Teile der Innenstadt zum "Gefahrengebiet" erklärt, um Linksradikale aufzuschrecken. Mancher Bewohner flüchtet sich in Humor.

In Hamburg liefern sich Polizei und Linke seit Wochen Auseinandersetzungen. Von der einen Seite fliegen Steine, von der anderen gibt es Großeinsätze und Pressemitteilungen, die anschließend wieder korrigiert werden müssen. Doch statt die Lage zu beruhigen, setzen die Ordnungskräfte auf Abschreckung: Mit Hundertschaften hat die Polizei am Wochenende begonnen, verdächtig aussehende Personen im Stadtteil St. Pauli zu kontrollieren.

Damit sie schneller in Taschen gucken und Platzverweise aussprechen kann, hat sie Teile der Innenstadt einfach zum "Gefahrengebiet" erklärt. Eine umstrittene Maßnahme, gegen die sich nun Bewohner mit Humor wehren. Mehrere Zehntausend Menschen leben in den unter verschärfte Beobachtung gestellten Vierteln. Wo genau die Grenze zur "Danger Zone" verläuft, lässt sich auf einer Karte nachsehen - die mittlerweile kreativ verfremdet wird.

Das Gefahrengebiet wird zum Drachen, zur Katze oder gleich zu Mordor, dem Reich des Bösen aus dem Herrn der Ringe. Noch mehr Gefahrengebiete hat das Blog "Urbanshit" gesammelt (ursprünglich leider weitgehend ohne Links auf die Tweets, mittlerweile nachgetragen). Neben Twitter gibt es natürlich auch auf Facebook Häme: Eine Facebook-Seite zum #Gefahrengebiet hat bald 1500 "Gefällt mir" zusammen.

Auch Foursquare nutzen Bewohner und Besucher der höchst verdächtigen Viertel zum Protest. Sie haben bei dem sozialen Netzwerk, bei dem sich die Nutzer an Orten anmelden und so ihren Freunden ihren Aufenthaltsort mitteilen, ebenfalls ein Gefahrengebiet eingerichtet. Nun melden sich Hunderte an dem Ort an: Check-in in der Danger Zone.



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4 Leserkommentare
alexanderschulze 07.01.2014
schredderrr 08.01.2014
runticket 08.01.2014
berghamburg 08.01.2014

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