Dieser Beitrag wurde am 01.02.2019 auf bento.de veröffentlicht.
Man kommt zwar immer wieder mal vorbei, checkt Veranstaltungen, stalkt alte Freundinnen und Freunde, vielleicht tauscht man einmal im Jahr das Profilbild – aber viele sind sich inzwischen sicher: Facebook ist tot.
Das soziale Netzwerk macht meist nur noch mit Skandalen auf sich aufmerksam, es geht um Datenmissbrauch und die Verbreitung von Fake News, um den Einfluss auf Wahlen und Politik. Wer sich viel im Netz bewegt, ist meist schon zu Instagram oder Tik-Tok weitergezogen und nutzt Facebook nur noch in digitalem Pflichtbewusstsein. Es geht aber auch radikaler.
Genau wie der hippe Kumpel, der seinen Account gelöscht hat, hat nun auch Angela Merkel ihren Facebook-Auftritt für beendet erklärt.
Mit einem 30 Sekunden langen Video hat sich die Bundeskanzlerin am Freitag auf Facebook verabschiedet. Die Begründung: Weil sie nicht mehr CDU-Parteivorsitzende sei – den Job hat seit Dezember Annegret Kramp-Karrenbauer – beende sie ihre Arbeit auf Facebook schon mal. Und das, obwohl sie immerhin noch gut zwei Jahre Bundeskanzlerin sein wird.
- Wer ihr weiter folgen möchte, könne das auf Instagram tun.
- Oder dem offiziellen Auftritt der Bundesregierung bei Facebook folgen.
Ganz überraschend ist das nicht. Auf Facebook lud das Social-Media-Team der CDU zuletzt Anfang Dezember ihre Parteitagsrede hoch, bei Instagram steigert das Presseteam der Bundesregierung das Game der Bundeskanzlerin hingegen beinahe täglich. Neuland war gestern, Merkel – beziehungsweise ihre Berater – wissen, welche Kanäle wichtig sind.
In ihren Instastories nimmt die Kanzlerin ihre Fans mit auf Auslandsreisen und zu Zeremonien, aus dem Bundestag gibt es aktuelle Fotos und Kurzvideos. Zu sehen gibt es nicht die gleichen Kuchenfotos wie bei alle anderen, Merkel konzentriert sich lieber auf ein einziges Thema: sich.
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Den Radikalschnitt in Sachen Facebook finden nicht alle gut – immerhin verschenken die CDU und Angela Merkel nun viele potenzielle Followerinnen.
Bei Facebook hatte Merkel mehr als 2,5 Millionen Follower, bei Instagram sind es bislang 800.000. Der Social-Media-Experte Martin Fuchs, der Parteien bei ihren Webauftritten berät, hält den Schritt entsprechend auch für falsch:
Was macht man mit einer Fanseite mit 2,5 Millionen Fans? Die @CDU hat sich entschieden die Seite von Angela Merkel zu schließen, da sie nun keine Parteivorsitzende mehr ist. Ich hätte so ca. 145 Ideen gehabt, was man damit machen könnte. 🙈🙉🙊 https://t.co/UBTInxQlEe pic.twitter.com/w4v6EU4bss
— Martin Fuchs 🦊 (@wahl_beobachter) February 1, 2019
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