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31. Januar 2006, 12:35 Uhr

Angespielt

Torino

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Während "Taito Legends" wirklich Altes einfach noch mal auf den Schirm holt, wirken aktuelle Sportspiele oft wie grafisch aufpolierte Neuausgaben von Joystick-Rüttlern wie "Winter Games" oder "Track & Field". Auch "Torino", das offizielle Spiel zu den olympischen Winterspielen, macht da keine Ausnahme: Die rasenden Bob-Abfahrten im Eiskanal zum Beispiel steuern sich fast exakt genauso, wie man das noch aus den Achtzigern vom C64 kennt. Beim Eisschnellaufen muss man abwechselnd blitzschnell Knöpfe drücken, beim Rodeln wieder genauso lenken wie beim Bob, beim Biathlon ein unstetes Fadenkreuz ins Ziel bringen.

Das ist spielerisch wenig inspirierend - zumal die 15 verschiedenen Wettbewerbe des Spiels nur Varianten von acht Sportarten sind. Die drei Eisschnellaufwettkämpfe unterscheiden sich nur in der Dauer des abwechselnden Knöpfedrückens. Zwar werden einem alle Original-Austragungsstätten, grafisch hübsch, höflich vorgestellt, ansonsten aber wirkt die Präsentation reichlich blutleer. Kommentatoren loben oder tadeln in ständig wiederholten Konservenhäppchen und geben ab und zu ein bisschen Olympia-Trivial-Pursuit-Wissen zum Besten, spärliches Pixelpublikum jubelt mit auf die Dauer ermüdenden Fiepgeräuschen.

"Torino" ist somit nur Sportfans zu empfehlen, die sich mental intensiv auf die Spiele vorbereiten wollen.

Für Olympia-Fanatiker, Präzisions-Knöpfchendrücker und Sofa-Ausdauersportler.

Christian Stöcker


"Torino" von 2K Games; für PC, PS2, XBbox; Ab 44 Euro; USK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung

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