Anonymous-Aktion Hacker wollen massenweise Nato-Daten geklaut haben

Ein Gigabyte interner Daten: Unbekannte aus dem Umfeld von Anonymous behaupten, massenweise vertrauliche Nato-Dokumente zu besitzen. Sie haben angebliche Beweisstücke ins Web gestellt - und drohen mit weiteren Veröffentlichungen.

Nato gehackt: Anonymous hat angeblich Interna des Verteidigungsbündnisses
REUTERS

Nato gehackt: Anonymous hat angeblich Interna des Verteidigungsbündnisses


Hamburg - Anonymous will in den nächsten Tagen geheime Nato-Dokumente veröffentlichen, wie die Hacker über Twitter wissen lassen: "Ja, wir haben die Nato geknackt. Freut euch auf interessante Daten in den nächsten Tagen", kündigen die Unbekannten an.

Als Beweis verlinkte ein Twitter-Nutzer über das Konto "AnonymousIRC" zwei als "Restricted" gekennzeichnete PDF-Dokumente, bei denen es sich möglicherweise um Interna über Nato-Operationen auf dem Balkan handelt. Restricted ist bei der Nato eine niedrige Geheimhaltungsstufe, es gibt drei strengere. Die Dokumenten sind nicht mehr unter den Links zu finden, andere Websites haben aber bereits Screenshots veröffentlicht.

"Wir sitzen auf etwa einem Gigabyte Nato-Daten. Das meiste davon können wir nicht veröffentlichen, weil es unverantwortlich wäre", schreibt Nutzer AnonymousIRC auf Twitter.

Das Militärbündnis in Brüssel leitete eine Untersuchung zu diesen Angaben ein. "Sicherheitsexperten der Nato prüfen diese Behauptungen", sagte ein Sprecher. "Wir verurteilen aufs Schärfste die Veröffentlichung von Dokumenten, die als geheim eingestuft sind. Das ist eine potentielle Gefahr für die Sicherheit der Nato-Verbündeten, der Streitkräfte und Bürger."

Erst im Juni untersuchten Ermittler einen vermeintlichen Datendiebstahl beim E-Book-Shop der Nato, der von einem externen Anbieter betrieben wird. Dabei waren nach Angaben der Nato allerdings keine vertraulichen Daten abhanden gekommen, die Betroffenen wurden informiert.

Anfang der Woche nahmen Ermittler in den USA und Europa insgesamt 21 Tatverdächtige fest, 14 davon sollen Anonymous-Aktivisten sein, die im letzten Winter bei Protest-Aktionen aus Sympathie mit WikiLeaks Server vom Bezahldienst PayPal lahmgelegt hatten.

kad/ap/dpa

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