Abzocke per Telefon Wenn der angebliche Microsoft-Mitarbeiter anruft

Jemand ruft an und behauptet, für den Microsoft-Support zu arbeiten: Es gebe da ein Problem am Rechner. Diese jahrealte Masche gefährdet derzeit wieder allzu gutgläubige Computernutzer. Was dagegen hilft.
Mit dem Telefon am Rechner: Bloß keine privaten Daten herausgeben

Mit dem Telefon am Rechner: Bloß keine privaten Daten herausgeben

Foto: Christin Klose / dpa-tmn

Manche Betrugsmaschen werden offenbar nie alt. Die Verbraucherzentrale Bremen warnt derzeit mal wieder  vor Kriminellen, die sich am Telefon als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Microsoft-Supports ausgeben. Bei ihren Abzockanrufen setzen die Betrüger darauf, dass in fast jedem Haushalt ein Windows-Computer steht. Das ist der psychologische Türöffner für die Kriminellen, wenn sie etwa fälschlich behaupten, der Rechner der angerufenen Person sei virenverseucht oder seine Lizenzen für Microsoft-Produkte seien angeblich abgelaufen.

Ganz gleich was die Anrufer einem erzählen oder was in Nachrichten steht, die man geschickt bekommt: Ohne Zustimmung seiner Kundinnen und Kunden rufe Microsoft weder an noch verschicke das Unternehmen E-Mails, erklären die Verbraucherschützer. Es frage auch keine persönlichen Daten am Telefon ab, schon gar keine Bankdaten.

Wenn jemand nicht gleich auflegt – was für Angerufene die einfachste Gegenwehr ist –, haben die Kriminellen schon einen Teilerfolg erzielt, warnt die Verbraucherzentrale Bremen. Das Ziel der Betrüger sei es, die Angerufenen in ein Gespräch zu verwickeln und in der Leitung halten. Dabei gehe es ihnen darum, sensible Informationen wie E-Mail-Adressen und Kontodaten zu gewinnen, aber auch darum, ihr Opfer dazu zu bringen, eine Fernwartungssoftware zu installieren.

Dabei schrecken die Kriminellen den Verbraucherschützern zufolge auch vor Drohungen nicht zurück. Angerufene sollten sich von so etwas aber keinesfalls einschüchtern lassen. Auch in diesem Fall hilft eins: Auflegen. So entgeht man noch mehr Ärger.

Unbedingt Notizen machen

Ist so eine Fernwartungssoftware erst einmal auf dem Rechner, können die Betrüger diese nutzen, um Schadsoftware wie Trojaner zu installieren oder um Daten abschöpfen. Ebenso können sie das Gerät sperren oder verschlüsseln und dann für die Freigabe Geld vom Nutzer erpressen.

Wer bereits Daten preisgegeben oder im Auftrag Dritter Software installiert hat, sollte den Betrugsfall bei der Polizei anzeigen, raten die Verbraucherschützer. Wichtig sei, dass man sich dafür den Namen des angeblichen Anrufers, den Namen der angeblichen Firma, Datum und Uhrzeit sowie den vorgeblichen Grund des Anrufs und die Telefonnummer des Anrufers notiert habe.

Mit denselben Angaben können und sollten belästigende Anrufe, aber auch unerlaubte Werbeanrufe zudem der Bundesnetzagentur gemeldet werden . Die kann auf Basis solcher Meldungen Rufnummern sperren oder auch Unternehmen mit Strafen belegen.

mbö/dpa
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