Anschlag in Halle Das Netz als Terrorhelfer

Der Attentäter von Halle hat sich offenbar auch im Internet radikalisiert. Sascha Lobo diskutiert in seinem Podcast, welche Rolle die Digitalisierung bei dem rechtsextremen Terroranschlag spielte.

Markierungen der Polizei an Einschussloch in Halle
Jan Woitas/ dpa-Zentralbild/ DPA

Markierungen der Polizei an Einschussloch in Halle


Sascha Lobo: der Debatten-Podcast #114 - Das Attentat von Halle, das Internet und Angela Merkel

Im Podcast geht es dieses Mal nicht um die Kommentare zu Sascha Lobos jüngster Kopfhörer-Kolumne "Weltbewältigungsinstrument des 21. Jahrhunderts". Aus aktuellem Anlass beschäftigt sich Lobo mit den digitalen Aspekten des antisemitischen Attentats von Halle - vom Livestreaming über die 3D-gedruckte Waffe bis zur Radikalisierung durch netzbasierte Verschwörungstheorien.

Zusätzlich bespricht er die Mitverantwortung der letzten drei Bundesregierungen unter Bundeskanzlerin Angela Merkel, die rechtsextremem Terror nicht die Priorität einräumten, die das Problem verdient hätte - auch nicht nach dem Bekanntwerden der Rechtsterroristen des NSU.

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insgesamt 5 Beiträge
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didel-m 13.10.2019
1. Natürlich hilft das Netz solchen Irren mit Videos und Games
Das ist wohl eine Binsenweisheit. Und nun? Netzduchsuchungs- und Zensierungs-Gesetz hoch 10? Das wird wohl keine Lösung sein ohne selbst totalitär zu werden.
Actionscript 13.10.2019
2. Education against Hatred, ....
...Mondays against Nazis. So etwas ist angebracht. Einmal pro Woche wird in jeder Schule über Hass und Extremismus gesprochen, diskutiert, Filme zB aus dem dritten Reich gezeigt bzw über Twitter, Facebook Hasskommentare diskutiert. Material auch von prominenten Politikern gibt es ja mittlerweile genug. Nur so kann der Boden für Terrorismus entzogen werden. Es wäre schön, wenn diese Anstösse von Politikern selber kämen und auch umgesetzt würden.
claus7447 13.10.2019
3. Berlin, wir haben ein Problem!
Ja, Sascha legt den Finger in die Wunde! Immer noch, nach NSU, nach einem unsäglichen Maassen mit Komplettversagen des VS, ja vermutlich mit aktivem wegsehen ist es der Politik nicht bewusst welche Gefahr von rechts droht. Da sind die 24.000 rechtsradikal zugeordneten Gewalttaten aus 2018 wohl nicht so richtig bewusst. Aber die Frage: warum kümmert sich da nicht intensiv ein Bundesinnenminister darum? Warum wird nicht längst ein Leitfaden für Schulen erstellt den die landesminister umsetzen müssen. Das föderale System fördert hier definitiv Schwachstellen! Es ist in den Bereichen Sicherheit und Bildung obsolet. Warum brauchen wir bundesweit und Landespolizei, warum Landes und Bundes VS? Radikalität kennt keine Landesgrenzen.... nicht einmal bundesgrenzen.
CharlieBrownXV 13.10.2019
4. ...
"Man" radikalisiert sich nicht im "Netz". Das Internet macht es leichter Gleichgesinnte zu finden. Erleichtert es die Möglichkeiten auszunutzen und neue zu erschließen. Aber radikalisiert wird man im ersten Schritt durch pädagogisierte Streichelerziehung ohne spürbare Konsequenzen bei Fehlverhalten. Im nächsten Schritt durch mangelnde geschichtliche Bildung. Beides gemischt ergibt, wenn man dann scheiternd mit 18 bis 21 in die reale Welt stolpert, in der Leistung, Anpassung und Flexibilität gefordert sind, eine tiefe Frustration und heftigen Selbstzweifel. Die Pädagofisierungsflaschen haben sich dann längst in Luft aufgelöst und versauen die nächste Generation. Dann stolpert man zwangsläufig über die falschen Leute... und dann ist man in radikalisierten Gruppen, Internetforen usw usw. Und dann hört man das alle Anderen alles Schuld sind... und Das kennt man ja noch von früher... und DANN ist die Bombe schon halb gebaut...
The Independent 13.10.2019
5.
Ich denke nicht, dass es sich um eine "Internet-Trance" handelt. Auch bei den Samstagabendshows war die Sache m.M. nach anders gelagert: "Lagerfeuer": 100 Jahre vor "Wetten dass" gingen Familien noch auf Jahrmärkte, in Wachsfigurenkabinette oder begafften aus den Kolonien gelockte afrikanische Tänzer. Spielestreams auf Twitch sind da nur eine modernere Form der (vermeintl.) Unterhaltung. Der Terrorist hat Twitch sehr wahrsch. deshalb. gewählt, weil dort die Gefahr der schnellen Abschaltung geringer ist als z.B. bei Facebook. Während des Streams hatte der Attentäter nur 5 Zuschauer. Erst die Aufzeichnung wurde bis zur Löschung von rund 2.000 Leuten abgerufen. Die Theorien über die "Gamifizierung" halte ich alle für Unsinn. Der Täter wollte sicherstellen, dass die Tat dokumentiert/verbreitet wird, was genau dem Vorgehen des Neuseeland-Attentäters entspricht. Genau wie der Neuseel.-Att. (+ auch Anders Breivik), hat B. vor dem Terrorakt ein Manifest bzw. Videobotschaft hochgeladen. Diese für potentielle Nachahmer aber eher abstrakten Dokumente sind in Bs Denkweise aber vermutlich weniger aussagekräftig, als ein während der Tat produziertes Video. Da sich der Attentäter nicht sicher sein konnte, dass er die Tat auch überlebt, + er nicht sicherst. konnte, dass ein nur mitgefilmtes aber noch nicht hochgeladenes Video auch in die Öffentlichkeit gelangen würde, war der Livestream die logische Alternative. Im Prinzip entspricht dies den Zielen, die die Taliban, Al-Qaida + andere Terroristen mit der Veröff. ihrer Videos (Bombenattentate, Feuerüberfälle, etc.) verfolgen. Neu ist dieser Ansatz jedoch nicht. Schon Afghanistans Mudschaheddin brachten in den 80ern Videos ihrer gegen sowjetische Einheiten gerichteten Hinterhalte in Umlauf, um für Unterstützung zu werben. Es gab auf YT zahlreiche mit Helmkamera gefilmte Videos aus Syrien, die zwischen 2015 und 2017 das tödliche Treiben der IS-Terroristen zeigten. Bs Video fungiert als Beweisdokument und als Propagandainstrument. Das ist definitiv nicht neu, diese Tradition gab es schon im 2. WK. Vglsws. neu sind nur die durch die Helmkameras entstehenden Ich-Perspektiven, die durch die Miniaturisierung möglich wurden. Die Waffen, über die Lobo (u.a. die "Luty" Maschinenpistolen) spricht, sind wiederum NUR dann halbwegs zuverlässig, wenn bestimmte Teile weiterhin aus Metall sind, um dem Druck standzuhalten. Der Täter soll 2 Versionen genutzt haben, eine reine Plastikversion und eine mit Metallteilen. Laut der ZEIT versagten Bs selbst gebaute Waffen immer wieder, sonst wären "mit hoher Wahrscheinlichkeit noch viel mehr Opfer zu beklagen gewesen." https://www.zeit.de/news/2019-10/11/die-toedliche-gefahr-aus-dem-3d-drucker
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