Antiquierte Dateiformate Diese Web-Werkzeuge konvertieren kostenlos

Aus einem PDF ein Office-Dokument, aus einem Handy-Video ein Flashfilm: Im Internet lassen sich Dateien schnell und kostenlos in andere Formate konvertieren. SPIEGEL ONLINE stellt vier praktische Dienste vor.

Dem modernen Büroarbeiter kommen mitunter Dateien unter, vor denen Anwendungen wie Anwender kapitulieren: Der Kumpel schickt ein wahnwitziges Handy-Video, das sich nicht abspielen lässt. Kollegen aus dem Marketing ein PDF, das dank spezieller Schriftarten bestens aussieht, aber nicht mehr bearbeitbar ist. Der freie Mitarbeiter arbeitet mit okkulten Linux-Texteditoren und ist Fan von Sonderzeichen. Und dann wäre da noch der Alptraum schlechthin: Eine uralte Datei taucht wieder auf, erstellt vor einer Dekade mit einem vergessenen, längst eingestellten Programm.

Im besten Fall lässt sich der Inhalt einer solchen Datei trotz wirrer Zeichen und abgehackter Formatierung entziffern, im schlimmsten Fall geht gar nichts. Langjährige Computer-Nutzer ahnen: Wenn es wirklich mal drauf ankommt, wird genau dieses Horrorszenario eintreten. Abhilfe schaffen Konvertierungsprogramme, die nichts weiter tun, als den Inhalt einer Datei von einem ins andere Format umzuheben.

Online-Anwendungen im Netz übernehmen das Konvertieren kostenlos. Der Vorteil: Man muss keine Software herunterladen und installieren. Das ist auch der Nachteil: Man muss die Dateien erst auf den jeweiligen Server schaffen. Je nach Internet-Verbindung und Dateigröße dauert das erheblich länger, als wenn man die Umwandlung auf dem eigenen Rechner mit einem speziellen Programm durchführt. Außerdem vertraut man seine Daten, womöglich die noch geheime Firmenpräsentation, einer fremden Firma an. Auch könnte die Übertragung der Daten selbst abgefangen werden - für hochsensible Daten ist so eine Web-Umwandlung deswegen eher nicht geeignet.

Einmal PDF und zurück

In der heutigen Office-Welt ist Adobes PDF-Format nicht mehr wegzudenken. Auf praktisch allen Plattformen lassen sich Dateien dieses Formats lesen. Was auch immer an Schriftarten, Bildern und Grafiken in einem PDF-Dokument verwendet wird, es bleibt meist alles an seinem Platz. Der Nachteil des Formats: Es lässt sich nachträglich nur schwer bearbeiten, nicht immer lassen sich Text und Tabellen problemlos kopieren.

Dieses Problem löst Convert PDF to Word  und wandelt PDF-Dateien mit Bravour in Word-Dokumente um. Im Vergleich zu anderen, ebenfalls kostenlos im Internet angebotenen Diensten, sitzen selbst komplizierte Grafiken und Formatierungen auch nach der Konvertierung noch an Ort und Stelle. Auch Tabellen lassen sich aus einem PDF einfach in ein Word-Dokument hinüberholen.

Den umgekehrten Weg, vom Word-Dokument zum PDF, lässt sich auch online gehen: Zum Beispiel mit Zamzar . Dort lassen sich alle möglichen Dateiformate umwandeln, jede Menge Text-, Bild-, Ton-, Video- und Archiv-Formate können gelesen und geschrieben werden. Als besonderes Feature wandelt Zamzar sogar auf Englisch verfasste Texte in Audiodateien um.

Dateien bis zu 100 MB können kostenlos konvertiert werden. Nachdem Datei und Zielformat ausgewählt, die Datei übertragen und konvertiert ist, schickt Zamzar eine Mail mit einem Link zur umgewandelten Datei. Größere Dateien und schnellere Umwandlung kosten Geld, der Einstiegspreis liegt bei sieben Dollar im Monat.

Klingeltöne und Matheformeln

Noch mehr Formate versteht Media Convert . Der kostenlose Dienst finanziert sich ausschließlich über Werbung, dafür ist die Dateigröße auf maximal 200 MB begrenzt. Bei Media Convert gibt es praktische Optionen: Wenn man aus einer Audioaufnahme ein MP3 machen möchte, lässt sich die gewünschte Bitrate von 32 bis 256 kbps einstellen. Noch etwas hat die Seite Zamzar voraus: Sie versteht sich nicht nur auf alle möglichen und unmöglichen proprietären Dateiformate, sondern auch auf Handy-Klingeltöne. Selbst spezielle Formate für Matheformeln lassen sich zum PDF wandeln.

Wenn auch diese Tools nicht weiterhelfen, der Virenscanner nicht anschlägt und die Datei nicht von einer verrotteten Floppy-Disk gelesen werden soll, kann einem womöglich Cometdocs  noch weiterhelfen. Auf der nützlichen wie grafisch ansprechenden Seite lässt sich nicht nur Diverses in Einiges konvertieren, sondern auch das zu einem Dateityp gehörige Programm identifizieren. Oder es werden über Affiliate-Links (wer auf den Link klickt und auf der Zielseite einkauft, lässt den Betreiber der Ursprungsseite eine Provision verdienen) Konvertierungsprogramme genannt, die sich auf den Typ verstehen.

Selbst wenn eine Konvertierung nicht möglich sein sollte, kann man sich wenigstens auf die Suche nach der Original-Software begeben, mit der die Datei erstellt wurde. So eine Suche ist oft aufregend und lehrreich, aber nicht immer hat man dabei auch Erfolg. Denn die benötigte Uraltanwendung ist nicht immer aufzutreiben und falls doch, läuft sie womöglich gar nicht mehr auf aktueller Hardware.

Wer sich diesen Stress in Zukunft ersparen will, sollte heute anfangen, seine Daten in weit verbreiteten, idealerweise offenen Formaten zu sichern.

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