Antisemitismus im Netz Freundlicher Frosch wird Hasssymbol

"Pepe der Frosch" galt jahrelang als harmloses Internet-Mem. Nachdem die Cartoonfigur jetzt für antisemitische Propaganda missbraucht wird, wurde sie von einer amerikanischen Organisation als Symbol des Hasses eingestuft.

Website der Anti-Diffamierungsliga
Anti-Defamation League

Website der Anti-Diffamierungsliga


Die jüdische Anti-Diffamierungsliga (ADL) hat das Internet-Mem "Pepe The Frog" zu einem Symbol des Hasses erklärt, berichtet "Time". Die Organisation fügte den Frosch zu seiner Datenbank von Online Hasssymbolen hinzu.

Dem Erfinder der Froschfigur, dem Cartoonkünstler Matt Furie, dürfte das gar nicht gefallen. Er hatte den Frosch mit menschlichen Zügen 2005 in seiner Comicserie "Boy's Club" eingeführt. Schon wenig später wurde Pepe zu einem beliebten Symbol in Internetforen wie 4chan und Reddit.

Dort wurde er, ebenso wie auf Twitter und Facebook, vor allem als Reaktionsbildchen genutzt: Nutzer posteten Bilder des Frosches mit Sprechblasen in denen "Feels good man" oder "Feels bad man" zu lesen war. Besonders beliebt war der traurige Frosch. Dem Mainstream wurde das Mem bekannt, als Weltstars wie Katy Perry und Nicki Minaj es in ihren sozialen Kanälen benutzten.

In den vergangenen Monaten nun hat eine Gruppe von Internetnutzern Pepe immer häufiger in antisemitischen Kontexten verwendet, mal mit Hitlerbärtchen, mal mit Kippa, mal mit Stahlhelm und SS-Runen. Die judenfeindlichen Versionen des bis dahin harmlosen Mems verbreiteten sich so vielfach im Netz.

In einem Statement verurteile der Geschäftsführer der ADL, Jonathan A. Greenblatt, den Missbrauch der Cartoonfigur. "Wieder einmal haben Rassisten und Hater ein beliebtes Internet-Mem für ihre Zwecke missbraucht", so Greenblatt. "Diese Antisemiten scheuen vor nichts zurück."

Es ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass die ADL ein Internet-Symbol in ihre Datenbank von Hasssymbolen aufnimmt. Zuletzt ging es um die (((Echo-Klammern))), die rechte Nutzer verwendet hatten, um jüdische Nutzer in sozialen Netzwerken zu markieren. Die markierten Nutzer wurden nicht selten Opfer von gezielten Onlinehasstiraden. In der Datenbank befinden sich auch Symbole wie Thors Hammer oder die Swastika.

tsi

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