Rückschlag für Apple China stuft iPhone als Sicherheitsbedrohung ein

In einem Beitrag des chinesischen Staatsfernsehens wird Apples iPhone als Bedrohung für die Staatssicherheit bezeichnet. Eine Schlappe für den Konzern, der den boomenden Smartphone-Markt in China erobern will.
Apple Store in China: Schlechte Presse für das iPhone

Apple Store in China: Schlechte Presse für das iPhone

Foto: WONG CAMPION/ REUTERS

Das chinesische Staatsfernsehen hat die Ortungsfunktion in Apple iPhones zu einem "nationalen Sicherheitsproblem" erklärt. Wie das "Wall Street Journal"  berichtet, hatte der Sender "China Central Television" (CCTV) am Freitag die ständig übertragenen Ortsdaten im Smartphone-Betriebssystem iOS 7 kritisiert. In dem Bericht kommen Wissenschaftler zu Wort, die davor warnen, dass sich jeder mit Zugriff auf diese Daten ein breites Wissen über die Situation in China aneignen könne oder "sogar über Staatsgeheimnisse". Die Experten stufen vor allem die Funktionen als bedrohlich ein, die aufzeichnen, an welchem Ort sich ein Nutzer zu welcher Zeit aufhält.

Der Sender bezieht sich in dem Bericht auf die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden und bezeichnet die Datenbanken der US-Technologiefirmen als eine "Goldmine". Regierungsbeamte forderten in dem CCTV-Beitrag strengere Datenschutz-Gesetze und drohten Apple damit, dass der Konzern "rechtlich voll dafür verantwortlich gemacht wird", falls irgendwelche Datenlecks dem Land schaden würden.

Apple hat auf eine Anfrage von SPIEGEL ONLINE am Freitagvormittag nicht reagiert. Für den Konzern kommen die Negativberichte zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Nach jahrelangen Verhandlungen hatte es Apple zu Beginn dieses Jahres geschafft, das iPhone 5S und 5C beim Mobilfunkkonzern China Mobile unterzubringen. Der Anbieter hat mehr als 760 Millionen Kunden und ist somit ein wichtiger Verbündeter beim Versuch, den boomenden Smartphone-Markt in China zu erobern.

Bereits im Juni hatte der Sender von einem Tech-Riesen aus den USA gewarnt. Damals berichtete CCTV über das Unternehmen Microsoft, das mit dem Betriebssystem Windows 8 die Nutzer ausspähe. Ein Experte erklärte in einem Interview , wie einfach es für die Anbieter sei, sensible Nutzerdaten auszulesen. Man könne die Identität feststellen, Account-Informationen, Kontakte und Telefonnummern herausfinden. "Mit allen diesen Daten können Beteiligte die Zustände und Aktivitäten unserer nationalen Wirtschaft und unserer Gesellschaft nachvollziehen, wenn man Big-Data-Analysen anwendet."

jbr
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.