Streaming-Dienste Apple Music - der Vergleich mit Spotify und Co.

Seit heute bietet Apple einen eigenen Dienst für Musik-Streaming an. Ist Apple Music besser als Spotify oder Deezer? Gibt es Schnäppchen? Wer bietet die größte Auswahl? Der Vergleich.

Smartphones mit Musik-Apps: Wer streamt am besten?
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Smartphones mit Musik-Apps: Wer streamt am besten?

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Das neue Apple Music soll, geht es nach dem Konzern aus Cupertino, den Markt für Musik-Streaming-Dienste aufmischen. Apples größter Konkurrent ist derzeit der Marktführer Spotify mit 75 Millionen Nutzern. Aber auch Deezer, Google Play Music und Xbox Music gehören zu den großen Anbietern. Apple Music gibt es ab dem heutigen Dienstag für Nutzer von iOS-Geräten, Mac und PC, ab Herbst sollen auch Android-Geräte bedient werden.

Streaming hat sich längst zu einem der wichtigsten Sektoren auf dem Musikmarkt entwickelt. Kürzlich hat der Konzern Warner Music bekannt gegeben, dass sein Umsatz mit Musik-Streaming die Download-Erlöse überholt hat.

Auf den ersten Blick hebt sich Apple Music kaum von Anbietern wie Spotify, Deezer, Google Play Music und Xbox Music ab. Alle fünf bieten ein Abo für rund 10 Euro im Monat. Alle versprechen ihren Nutzern eine zweistellige Millionenzahl verfügbarer Lieder. Erst wenn es um Probeabos und besondere Konditionen geht, machen sich Unterschiede bemerkbar.

Die Streaming-Dienste im Vergleich

Apple Music Spotify Deezer Xbox Music Google Play Music
Gratisangebot Nein Ja Ja Nein Ja (nur USA)
Kostenloses Probeabo 3 Monate 60 Tage (bis 5. Juli), 30 Tage 30 Tage 30 Tage 60 Tage
Standard-Abopreis 9,99 9,99 9,99 9,99 9,99
Familienangebot 14,99
(6 Personen)
50 % für Angehörige / / /
Datenrate 256 kbps bis 320 kbps bis 320 kbps bis 256 kbps bis 320 kbps
Offline-Modus ja ja ja ja ja
Mobil-Apps iOS, Android (geplant) Android, iOS, Windows Phone Android, iOS, Windows Phone Android, iOS, Windows Phone Android, iOS
Besonderheiten moderierte Radiosender Hörbücher Hörbücher einziger Dienst für Xbox One große Cloud für eigene Musik

Stand 30.6.2015

Zum Start spendiert Apple Music derzeit seinen Nutzern ein besonders langes Probeabo: Volle drei Monate können Nutzer den Dienst kostenlos testen. Allerdings gibt es bei Apple Music - anders als bei Spotify und Deezer - kein werbefinanziertes Gratisangebot.

Familien möchte Apple Music mit einem besonderen Angebot locken. Für 14,99 Euro statt 9,99 Euro im Monat können bis zu sechs Familienmitglieder den Streaming-Dienst mitnutzen. Das Angebot von Spotify ist da etwas teurer: Angehörige zahlen je rund fünf Euro für ein Monatsabo. Das heißt: Familien mit mindestens zwei zusätzlichen Abo-Nutzern müssen bei Spotify mehr zahlen als bei Apple Music.

Besonders punkten will Apple Music mit einem moderierten Radiokanal namens "Beats 1" , der sich auch ohne Abo hören lässt. Auch soll ein soziales Netzwerk namens "Connect" den Kontakt zwischen Fans und Musikern möglich machen.

Einige besondere Features und Screenshots aller fünf Dienste sehen Sie in dieser Fotostrecke:

Fotostrecke

18  Bilder
Songs aus dem Netz: Musikstreaming-Dienste
Probe aufs Exempel: Wer hat die wichtigsten Alben?

Alle fünf Anbieter versprechen gewaltige Mengen verfügbarer Lieder. Doch wie gut sind sie tatsächlich bestückt? Wir haben das in drei Stichproben getestet:

Die detaillierten Testergebnisse finden Sie hier, Sie lassen sich am besten in der WWW-Version anzeigen, weniger gut ist die Ansicht für Mobilgeräte.

  • Top 20 der Alben-Klassiker. Wenn es um die Klassiker geht, sind alle Streaming-Anbieter bestens ausgestattet. Bei unserem Test waren 19 von 20 Alben bei allen Anbietern in voller Länge verfügbar - von "Exile on Main Street" von den Rolling Stones über David Bowies "The Rise and Fall of Ziggy Stardust" bis hin zu Pink Floyds "The Dark Side of the Moon". Nur eines der 20 Alben ließ sich bei keinem Dienst hören: "Revolver" von den Beatles. Hier geht es zur vollständigen Vergleichstabelle.

  • 30 Kritiker-Lieblinge ab 2010. Bei Veröffentlichungen ab 2010 - die Auswahl haben unsere Kulturredakteure getroffen - zeigen sich erste Unterschiede: Nur Spotify und Apple Music haben alle 30 Alben im Sortiment, darunter "Random Access Memories" von Daft Punk, "Niveau Weshalb Warum" von Deichkind und "Push the Sky Away" von Nick Cave. Xbox Music muss bei zwei von 30 Alben passen, nämlich bei "Cosmogramma" von Flying Lotus und "II" von Moderat. Bei Deezer und Google Play Music gibt es jeweils eines von 30 Alben nicht: Das ist "Cosmogramma" bei Deezer und "II" bei Google Play Music. Hier geht es zur vollständigen Vergleichstabelle.

  • Single-Charts. Bei den deutschen Single-Charts unterscheiden sich die Streaming-Dienste nicht voneinander. Zwar sind nur 18 von 20 Hits verfügbar - wenn ein Song fehlt, betrifft das aber alle fünf Anbieter gleichermaßen. Hier geht es zur vollständigen Vergleichstabelle.

Das Fazit: Unterschiede nur im Detail

Um sich voneinander abzuheben, versuchen sich die Dienste exklusive Streaming-Rechte einzelner Künstler und Alben zu sichern. So lässt sich Taylor Swifts Album "1989" derzeit allein bei Apple Music hören - dem ist ein Streit um Lizenzgebühren vorangegangen. Auch das Album "The Chronic" des Rappers Dr. Dre ist exklusiv auf Apple Music verfügbar. Spotify hat wiederum exklusive Streaming-Rechte an den Alben von Rammstein. Die Musik von erklärten Streaming-Gegnern wie den Toten Hosen oder den Ärzten gibt es bei keinem der Anbieter.

Bis auf wenige Ausnahmen lassen sich die meisten Titel aber überall finden - und zwar zum gleichen Abo-Preis. Wer also ein Bezahl-Abo sucht, ist mit keinem der fünf getesteten Streaming-Dienste schlecht beraten. Den entscheidenden Unterschied machen besondere Konditionen.

Wer ein preiswertes Familienangebot sucht, sollte sich Apple Music genauer anschauen. Die derzeit größte Community, um Lieder und Playlists mit Freunden zu teilen, gibt es bei Spotify. Wer zu den abgespielten Liedern mit nur einem Klick Songtexte sehen möchte, wird mit Deezer seine Freude haben. Eine besonders große Cloud zum Speichern eigener Musik gibt es bei Google Play Music. Für Nutzer, die Musik über eine Xbox One hören wollen, lohnt sich nur Xbox Music. Wer Gratismusik hören will, für den sind Deezer oder Spotify die beste Wahl.

Mitarbeit: Markus Böhm

insgesamt 84 Beiträge
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Seite 1
unüberweindbar 30.06.2015
1.
Das ist natürlich eine Eilmeldung wert...
thorstenb 30.06.2015
2. alles in einer app
der vorteil von apple music ist mal wieder die reibungslose integration ins system. die neue musik app verbindet schliesslich die eigene musik mit der von apple music. das ist für mich der größte vorteil gegenüber den anderen anbietern.
tilasea 30.06.2015
3. Nutzung in der Familie
Seit dem Start in Deutschland, Januar 2014, habe ich ein Abo bei Google Play Musik. Mit einem Konto kann man das Abo auf bis zu zehn Geräten nutzen. Mein Sohn, hört seine Musik mit unserem gemeinsamen Konto. Geht prima.
Palisander 30.06.2015
4. Mal abgesehen
davon das die neuste Version von itunes noch nicht angeboten wird( die uhr tickt) ist Spotify ehrlich selber Schuld wenn ihnen die Nutzer weglaufen. Die Playlists vor Ort sind mehr als Schei**. Vorallem werden diese nicht vernünftig gepflegt, und wieso findet man eigentlich auf fast jeder Playlist, egal ob Pop, Chill, Elektro immer wieder Kygo? Dieses gepiepe und gedöngel nervt. Also wenn man so einen Streamingservice unterhält sollte man hin uns wieder schon mal ein paar Euro für einen guten DJ, oder Musikkritiker ausgeben der mal eine ordentliche Playlist erstellt bei der man das hört was auf der Verpackung draufsteht. Ich hoffe Apple macht das besser.
mastermindchaos 30.06.2015
5. ....Oder einfach
....alles kostenlos bei youtube hoeren :p
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