Einschätzung des BND In Russland werden offenbar Smartphones knapp

Einem Bericht zufolge werden in Russland in zwei bis drei Monaten keine neuen Handys von Apple und Samsung zur Verfügung stehen. Beide Firmen haben sich bereits vor Wochen aus dem Land zurückgezogen.
Das Mitte März vorgestellte iPhone SE dürfte auf absehbare Zeit nicht offiziell in russischen Geschäften zu kaufen sein

Das Mitte März vorgestellte iPhone SE dürfte auf absehbare Zeit nicht offiziell in russischen Geschäften zu kaufen sein

Foto: Mike Segar / REUTERS

Der russische Einzelhandel bereitet sich offenbar darauf vor, in zwei bis drei Monaten keine Apple- und Samsung-Handys mehr verkaufen zu können. So steht es in einem Bericht des Bundesnachrichtendienstes (BND) vom vergangenen Donnerstag, über den das Portal »The Pioneer « am Montag berichtet. Demnach soll der Bestand an iPhones und Galaxy-Handys in dem Land dann erschöpft sein. Apple und Samsung verkauften laut statistischen Erhebungen  im vergangenen Jahr rund die Hälfte aller neuen Smartphones in Russland.

Die Entwicklung war grundsätzlich absehbar, da die beiden großen Handyhersteller bereits Anfang März ihr Geschäft mit Russland zurückgefahren haben. Apple kündigte einige Tage nach Beginn der russischen Invasion an, den Verkauf seiner Produkte in Russland auszusetzen. Auch Samsung erklärte damals, keine Handys und Chips mehr nach Russland zu verschiffen.

Der BND geht laut »The Pioneer« davon aus, dass die Entwicklung Auswirkungen auf den Alltag haben werde. Es werde »nahezu sicher zu einem von der russischen Gesellschaft perzipierten signifikanten Rückschritt in der Digitalisierung des Alltagslebens« kommen, heißt es demnach in dem Bericht.

Die Lücke, die Apple und Samsung hinterlassen, könnten chinesische Hersteller wie Xiaomi oder Huawei füllen, die laut Statistik bisher auf Platz drei und vier des russischen Smartphone-Markts liegen. Allerdings würden sich die Unternehmen mit ihrer Unterstützung zurückhalten. Das liege unter anderem an der »westlichen Sanktionskulisse« berichten die BND-Beamten.

Tatsächlich stecken die chinesischen Hersteller angesichts der russischen Invasion in einem Dilemma, berichtet die »Financial Times «. Einerseits drohen ihnen Sanktionen, die etwa die Smartphone-Produktion ausbremsen könnten. So drohte ein für Exportgenehmigungen verantwortlicher US-Beamter dem Blatt zufolge mit Maßnahmen gegen chinesische Unternehmen, welche die Russland-Sanktionen umgehen.

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Andererseits profitieren chinesische Hersteller bereits vom Rückzug westlicher Firmen. Dem größten russischen Mobilfunkanbieter, MTS, zufolge, ist die Zahl der in Russland verkauften Huawei-Smartphones in den ersten beiden Märzwochen um 300 Prozent gestiegen. Chinesische Konzerne haben seinerzeit auch vom russischen Einmarsch auf der Krim profitiert, erklärte ein Experte für Telekommunikation der »Financial Times«. Demnach wurde westliche Telekommunikationstechnik nach der Annexion der Halbinsel durch Produkte von Huawei und ZTE ersetzt.

hpp
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