Smileys für alle

Die kleinen Cartoon-Smileys in Chatnachrichten, E-Mails und Facebook-Updates sind universell. Normalerweise sind sie aber alle gelb, also hellhäutig. Apple will das jetzt ändern und bringt bald Emojis in sechs Hauttönen auf sein Betriebssystem.

Der US-Technologiekonzern Apple will seine Piktogramme für E-Mails und SMS um Cartoon-Gesichter in sechs Hauttönen anreichern. Die von hell bis dunkel abgestuften Gesichter seien Teil von 300 neuen sogenannten Emojis, sogar den Weihnachtsmann gibt es bald in sechs verschiedenen Hautfarben. Die Bildchen würden mit der nächsten Version des Betriebssystems iPhone und iPad, iOS 8.3, angeboten, berichtet die Internetseite des US-Senders "CNN" .

Mit den kleinen Symbolen in Form von Smileys, Zeichen oder Gegenständen reichern Nutzer ihre E-Mails, SMS oder Status-Updates in sozialen Netzwerken an. Sie drücken damit Gefühle aus, ersetzen ganze Sätze oder illustrieren besondere Ereignisse - eine Torte etwa steht für einen Geburtstag, ein abhebendes Flugzeug für den geplanten Sommerurlaub.

Emojis sind bei Internetnutzern beliebt, haben aber einen Nachteil: Es gibt sie bisher fast nur in hellen Hauttönen. Mit den neuen Emojis will Apple nun laut einer Unternehmenssprecherin "Multikulturalität" unterstützen und pflegen. Apple hält sich dabei offenbar an wissenschaftliche Erkenntnisse: Die neuen Emojis leiten sich von einer Klassifikation der Hauttypen  ab, die 1975 von dem amerikanischen Dermatologen Thomas Fitzpatrick entwickelt wurde.

Allerdings müssen die neuen Emojis noch eine Hürde überwinden. Die Symbole basieren auf dem Unicode, dem internationalen Standard, der die digitalen Codes für Schriftzeichen, Zahlen und Icons festlegt. Das sogenannte Unicode-Konsortium beschließt, welche Symbole als Standard aufgenommen werden und damit auf allen Smartphones und in allen Browsern angezeigt werden können. Im vergangenen Herbst hatte das Konsortium bereits erste Vorschläge für multikulturelle Emojis veröffentlicht. Im Moment arbeitet Apple gemeinsam mit dem Konsortium daran, den internationalen Standard zu aktualisieren. Damit werden die Apple-Emojis künftig auch auf anderen Plattformen nutzbar sein.

Wie es die bunten Bilder auf die Bildschirme der ganzen Welt schafften, was sie bedeuten und wie Linguisten nun versuchen, ihre Beliebtheit zu erklären, lesen Sie ausführlich im aktuellen SPIEGEL.

aer/dpa
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