Nach Kritik von Facebook Apple will Maßnahmen für mehr Privatsphäre wie geplant umsetzen

Facebook kritisierte Apple, weil eine Einschränkung von Datensammlungen durch Apps die Wirtschaftserholung in der Coronakrise beeinflussen könnte. Der Smartphone-Hersteller lässt sich davon aber nicht beirren.
Apple will die Datensammlung durch Apps einschränken

Apple will die Datensammlung durch Apps einschränken

Foto: BRENDAN MCDERMID / REUTERS

Apple wird die neuen Möglichkeiten für Nutzer, die Datensammlung durch Apps einzuschränken, trotz Gegenwinds von Internetkonzernen wie Facebook umsetzen. Das geht aus einem Brief des US-Konzerns an Menschenrechtsorganisationen hervor.

Durch die Neuerungen sollen Nutzer von Apple-Geräten leichter verhindern können, dass Apps und Werbedienste Informationen über ihr Verhalten über die Grenzen einzelner Anwendungen und Websites hinweg sammeln. Apple möchte, dass die Nutzer für den Zugriff um Erlaubnis gefragt werden müssen.

Facebook warnte davor, dass die Änderung das Werbegeschäft des Online-Netzwerks erschweren würde. Firmenchef Mark Zuckerberg kritisierte zuletzt, dass dies die Erholung der Wirtschaft in der Coronakrise beeinträchtigen könne, wenn viele kleine und mittlere Unternehmen auf Werbung im Netz angewiesen seien.

Apples Software-Chef Craig Federighi sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass das aufdringliche Nachverfolgen der Nutzeraktivitäten letztlich nur dem »datenindustriellen Komplex« und großen Techkonzernen zugutekomme. »Wir denken, dass invasives Tracking dem gesamten Ökosystem schadet, weil es das Vertrauen der Nutzer in die Systeme vermindert«, sagte Federighi. Apple sei überzeugt, dass sein neues Verfahren für alle Marktteilnehmer gut sei. »Die vorrangigen Verlierer sind vielleicht die großen Unternehmen, die ein Geschäft daraus machen wollen, große Mengen von Daten zu sammeln.«

Die Freigabe-Anfragen waren eigentlich schon für den Start des neuen mobilen Betriebssystems iOS 14 im Herbst angekündigt gewesen. Im September verschob Apple ihre Einführung jedoch auf Anfang kommenden Jahres. Zur Begründung hieß es, man wolle Entwicklern mehr Zeit geben, notwendige Änderungen vorzunehmen. Das weckte zugleich bei einigen Beobachtern Sorgen, dass der Widerstand aus der Industrie zu einer Aufweichung der Maßnahmen führen könnte.

hba/dpa
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