Designprojekt Apples Nutzungsbedingungen reduziert auf drei Sätze

Büchlein der Designerin: Apples Nutzungsbedingungen extrem verkürzt
Florence Meunier

Büchlein der Designerin: Apples Nutzungsbedingungen extrem verkürzt

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Versteckt sich in den englischsprachigen iCloud-Nutzungsbedingungen eine Geheimbotschaft? Eine Londoner Designerin hat den Text so zusammengestrichen, dass nur eine kurze Geschichte übrig bleibt.

Die über 50.000 Zeichen Originaltext werden durch Florence Meuniers Bearbeitung zu gerade mal drei Sätzen, die sie unter dem Titel "The Man who agreed" online präsentiert. Meunier ließ die iCloud-Nutzungsbedindungen in einem 20-fach produzierten Büchlein nachdrucken, wobei sich über jede Seite eine Folie mit Schwärzungen legen lässt. So bleiben nur einzelne Wörter oder Buchstaben übrig - am Texteinstieg etwa "This is the story of a man".

Meuniers Mini-Geschichte handelt von einem Mann, der eines Tages "zu beschäftigt oder vielleicht zu faul war, so dass er zu schnell auf 'Ich stimme zu' klickte". Dabei konnte der Mann nicht absehen, dass er sein Einverständnis nie würde widerrufen können. Entsprechend lautet die Moral der Geschichte: "Man sollte nicht seine Zustimmung zu etwas abgeben, das man nicht gelesen hat." Ein Schlusssatz, dem vermutlich auch Apple beipflichten würde.

Eine humorvolle Kritik

"Ich habe keine versteckte Botschaft in den Bedingungen 'gefunden'", stellt Designerin Meunier in einer E-Mail an SPIEGEL ONLINE klar, "aber ich habe eine geschaffen, um darauf aufmerksam zu machen, dass solche Erlaubnisse nicht geschrieben werden, um gelesen zu werden. Wenn wir sie annehmen, akzeptieren wir Bedingungen, die uns nicht bewusst sind."

Meuniers Idee, die Kritik an den Nutzungsbedingungen humorvoll zu transportieren, erschließt sich offenbar nicht jedem. Die Londonerin hat ihr Büchlein auch auf der Online-Plattform "Under Consideration" vorgestellt, wo Nutzer Kunstprojekte bewerten können. "Blöd", kommentiert dort ein Nutzer, "man kann sich fast jede Geschichte ausdenken, indem man bestimmte Buchstaben unsichtbar macht."

Andere Nutzer dagegen loben Meuniers Idee und die optisch ansprechende Umsetzung. Beliebt ist aber auch ein anderer Kommentar: "tl;dr", die Kurzform für "too long, didn't read". Zu deutsch: "zu lang, hab's nicht gelesen".



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1 Leserkommentar
deranaluest 19.01.2015

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