Historische Games Hier können Sie "Elite" und "Pitfall" legal im Browser spielen

Das "Internet Archive" hat eine virtuelle Spielhalle eröffnet. Retrofans und Zuspätgeborene können dort 27 urgeschichtliche Computerspiele und Büroprogramme im Browser ausprobieren. Installieren muss man dank Emulator nichts.
Historical Software Collection: Mal wieder "Choplifter" spielen

Historical Software Collection: Mal wieder "Choplifter" spielen

Foto: Archive.org

Die "Historical Software Collection"  versteht sich nicht als Fundgrube, sondern als Sammlung prägender Werke: Sie stellt seit dem Wochenende Programme aus, die die ersten ihrer Art waren - oder mit neuen Funktionen und Herangehensweisen erfolgreiche Nachfolger beeinflussten. So können Besucher etwa Visicalc  und WordStar  in simulierter Originalumgebung ausprobieren, die innovativen Vorgänger von Word und Excel.

Im Zentrum der Ausstellung stehen allerdings Computerspiele: Zum Beisiel "Akalabeth" , das erste Rollenspiel des "Ultima"-Schöpfers Richard Garriott. Oder "Microsoft Adventure"  (eine dreiste "Colossal Cave Adventure"-Kopie) und ewige Zeitfresser wie etwa "Elite", eine wegweisend vielschichtige Weltraumhandels- und Kampfsimulation .

Laut Kurator Jason Scott ist mit den 27 Spielen aber noch lange nicht Schluss: "Von Werkzeugen über Betriebssysteme, von Anwendungsprogrammen bis Spielen werden ältere Programme" - er schreibt tatsächlich: ältere, nicht alte - "wieder zum Leben erweckt."

Da hat er einiges vor sich, die Software-Sammlung des "Internet Archive" ist gewaltig: Derzeit listet etwa dessen "Old School Emulation Center"  450.000 Speicher-Abbilder von Spielen, Programmen, und Code von über 200 Computer-Systemen auf. Das "CD Archive"  hat über 2500 CDs aus der golden Shareware-Ära gesammelt und das "Demu"-Programm kümmert sich um derzeit 4500 Spieleklassiker der frühen PC-Zeit .

Die Pflege von Software ist erstaunlich komplex: Verschwindet ihre technische Grundlage (beziehungsweise deren Dokumentation), sind auch Programme nur mehr schwer ausführbar, als zum Leben erweckbar. Verschwinden Lesegeräte und exotische Eingabe- und Ausgabegeräte, können Programme nicht mehr benutzt werden. Zu einer anständigen Software-Sammlung gehört deswegen auch ein Gerätepark, beziehungsweise eine Entwicklung von sogenannten Emulatoren, die alte Programme möglichst naturgetreu wiedergeben können.

Die Probleme sind dermaßen allgegenwärtig und vielfältig (allein die Flüchtigkeit!), dass sich die amerikanische Library of Congress , eine der wichtigsten Bibliotheken der Welt, dem Erhalt digitaler Medieninhalte verschrieben hat. Wer die Probleme vom Hardware- und Software-Sterben verstehen will, findet dort alle wichtigen Informationen.

fko