"Germany's Gold" ARD und ZDF stoppen geplante Online-Videothek

Das Projekt "Germany's Gold" von ARD und ZDF ist gescheitert: Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen die strikten Auflagen des Bundeskartellamts nicht umsetzen und verzichten lieber ganz auf ihre kommerzielle Online-Videothek.
Altmodischer Fernseher: Film- und Fernsehproduktionen der vergangenen 60 Jahre auf Abruf

Altmodischer Fernseher: Film- und Fernsehproduktionen der vergangenen 60 Jahre auf Abruf

Foto: Corbis

Berlin - Die von ARD und ZDF geplante Online-Videothek kommt nun doch nicht. Bei dem kommerziellen Portal sollten Zuschauer noch einmal alle Serien, Filme und Dokumentationen sehen können und dafür zusätzlich zu ihren GEZ-Gebühren bezahlen. Die seit November 2011 laufende Überprüfung des Projekts durch das Bundeskartellamt habe ergeben, dass sich das Vorhaben für "Video on Demand" (VoD) in der geplanten Form nicht umsetzen lasse, teilten der WDR und das ZDF am Montag mit . Alternative Modelle, die den Bedingungen des Kartellamts entsprächen, hätten keine wirtschaftlichen Chancen.

Über "Germany's Gold" wollten die öffentlich-rechtlichen Sender deutsche Film- und Fernsehproduktionen der vergangenen 60 Jahre auf Abruf anbieten. Neben ARD und ZDF waren an dem Projekt private Produktionsfirmen und Rechteinhaber wie Bavaria, Brainpool, Beta Film, MME Moviement und Zieglerfilm beteiligt.

Das Bundeskartellamt hatte massive Bedenken gegenüber der geplanten gemeinsamen Online-Videothek von ARD und ZDF geäußert. Die Zusammenarbeit der beiden Öffentlich-Rechtlichen bei ihrem Internet-Videoverleih würde es mit sich bringen, "dass insbesondere die Preise und die Auswahl der Videos miteinander koordiniert würden", erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Montag in Bonn. "Die kartellrechtlichen Probleme liegen auf der Hand."

ARD und ZDF seien Wettbewerber wie andere Unternehmen auch

ARD und ZDF hatten die Online-Videothek "Germany's Gold" bereits seit längerem geplant. In den kostenlosen Mediatheken der Sender werden Inhalte meist bis eine Woche nach Ausstrahlung zum Abruf angeboten, bei "Germany's Gold" sollte das Archiv zeitlich unbegrenzt zugänglich seien.

Die private Konkurrenz bietet bereits eigene Videoportale an: ProSiebenSat.1 betreibt "Maxdome", RTL die Videothek "RTL now". Die beiden Unternehmen wollten ebenfalls eine gemeinsame Online-Videothek starten, scheiterten aber am Widerstand des Bundeskartellamts. Ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf im vergangenen Jahr bestätigte das Veto der Wettbewerbshüter gegen die Pläne der privaten Sender.

lis/AFP/dpa
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