Online-Betrug Argentinische Polizei fasst den "Superhacker"

38.000 Euro im Monat soll ein Hacker in Argentinien mit Online-Abzocke eingenommen haben. Jetzt nahm die Polizei den mutmaßlichen Kriminellen fest. Beim Zugriff schalteten sie vorsichtshalber den Strom einer ganzen Nachbarschaft aus.
Tastatur (Symbolbild): Botnet-Betreiber im Jugendzimmer

Tastatur (Symbolbild): Botnet-Betreiber im Jugendzimmer

Foto: REUTERS

Die Polizei knippste den Strom in der Nachbarschaft aus, dann schlugen sie zu: In Argentinien ist ein 19-jähriger Hacker festgenommen worden. Der junge Mann aus Buenos Aires steht im Verdacht, aus seinem Schlafzimmer heraus ein Botnet kontrolliert zu haben. Die Ermittler sprechen von einer "Technik-Höhle". Der Verdächtige soll Online-Zahlungen abgefangen und damit monatlich im Schnitt umgerechnet 38.000 Euro eingenommen haben.

Mit dem Blackout wollte die Polizei verhindern, dass der Verdächtige während des Zugriffs noch Daten von seinen Computern löschen konnte. Sichergestellt wurden 14 Festplatten und leistungsfähige Rechnern. Der Hacker soll sechs Helfer gehabt haben. Darunter ist auch sein Vater, ein IT-Entwickler, bei dem er wohnte. Insgesamt fanden fünf Durchsuchungen in Buenos Aires und Rosario statt, wie die Polizei mitteilte.

Nach eigenen Angaben war die argentinische Bundespolizei dem "Superhacker" bereits vor einem Jahr auf die Spur gekommen. Damals habe der Betreiber eines Webhosters die Behörden eingeschaltet. Er hatte bemerkt, dass sich jemand von außen Zugang verschaffte und Online-Zahlungen abfing, um sie auf ein eigenes Konto umzuleiten.

Bei den Ermittlungen, der "Operation Zombie", stieß die Polizei dann offenbar auf eine weit größeres Unterfangen. Der Hacker soll einen Server für Online-Spiele manipuliert haben, so dass sich die Downloader einen Trojaner einfingen. Um die Abzocke zu verschleiern, soll er mit seinem Botnet außerdem die Server von Zahlungsdienstleistern zeitweise blockiert haben. Nun drohen dem mutmaßlichen Online-Kriminellen bis zu zehn Jahre Haft.

ore/AFP
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