Ashley Madison Hacker veröffentlichen zweiten großen Datensatz

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage sind interne Daten des Seitensprungportals Ashleymadison.com veröffentlicht wurden. Im neuen Paket finden sich offenbar auch Quellcode sowie die E-Mails des Chefs.

Website AshleyMadison.com: "Hey Noel, Du kannst jetzt zugeben, dass es echt ist"
REUTERS

Website AshleyMadison.com: "Hey Noel, Du kannst jetzt zugeben, dass es echt ist"


Der Hack des Seitensprungportals Ashley Madison sorgt für Aufsehen. Nachdem Unbekannte zunächst Millionen Nutzerzugänge entblößt hatten, wurde nun ein zweites großes Datenpaket veröffentlicht.

Die aktuellen Informationen seien offenbar ebenfalls echt, erklärte das IT-Sicherheitsunternehmen TrustedSec in einem Blog-Eintrag. Es enthalte offenbar alle geschäftlichen E-Mails von Portal-Chef Noel Biderman sowie den Quellcode für alle Internetseiten, mobile Anwendungen und andere Informationen über Ashley Madison.

Das neue Paket ist offenbar 20 Gigabyte groß und damit doppelt so umfangreich wie die am Dienstag veröffentlichten Daten. Auch dieses Mal wurden die Daten im sogenannten Darknet, einem Netz anonymer Untergrundseiten, veröffentlicht, das nicht leicht zugänglich ist.

Das neue Datenpaket war mit einer Botschaft an den Portal-Chef Biderman versehen, der die Echtheit des zuerst veröffentlichten Datenpakets angezweifelt hatte. "Hey Noel, Du kannst jetzt zugeben, dass es echt ist", hieß es darin.

Experten warnen vor weiterem Schaden

TrustedSec hob hervor, dass die neue Veröffentlichung schwer wiegende Sicherheitsrisiken für Ashley Madison und dessen Betreiberfirma Avid Life berge. "Mit dem komplett vorliegenden Quellcode sind andere Hackergruppen jetzt in der Lage, neue Schlupflöcher in den Webseiten von Avid Life zu finden und noch mehr Schaden anzurichten", heißt es im Blog der Sicherheitsfirma.

Am Dienstag hatte eine Hackergruppe, die sich Impact Team nennt, die Daten von rund 32 Millionen Nutzern des Seitensprungportals ins Darknet gestellt. Die Gruppe hatte die Daten bereits vor mindestens einem Monat gestohlen und mit ihrer Veröffentlichung gedroht, sollte das "Betrüger"-Portal nicht "umgehend und dauerhaft" geschlossen werden.

Experten für Internetsicherheit stuften die veröffentlichten Daten, darunter Nutzernamen, Passwörter, die letzten vier Kreditkartennummern, Straßennamen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern, als echt ein. Auch rund 15.000 Nutzer mit amerikanischen Regierungs- oder Militäradressen sollen betroffen sein.

Allerdings werden E-Mail-Adressen, mit denen sich Nutzer bei Ashley Madison anmelden, nicht verifiziert. US-Verteidigungsminister Ashton Carter sagte, das Pentagon prüfe, ob Armeeangehörige in dem Portal aktiv gewesen seien.

fab/AFP

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
werbungspamschund 21.08.2015
1. Strafbar,
aber lustig. Ich weiß ich sollte mich schämen, aber ich amüsiere mich gerade.
roflem 21.08.2015
2. Sockenpuppen?
Diese Fremdgeh-Portale sind doch zum grössten Teil voller Sockenpuppen. Da sitzen Angestellte und müssen genderübegreifend chatten. Die Zahl der "echten" Nutzer dürfte sich drastisch reduzieren sobald die Sockenpuppen Accounts ausgefiltert wurden. Interessant wäre zu wissen, wer hinter dem Hack steht und was für Gründe er hat. Sind das die üblichen Verdächtigen, die erpressen und wenn das Opfer nicht zahlt, zuschlagen?
xenoxx 21.08.2015
3. Deutsche Sprache?
Es handelt sich nicht um die "letzen vier KreditkartenNUMMERN sondern um die letzen vier Ziffern!
NewYork76 21.08.2015
4. Nein
Zitat von werbungspamschundaber lustig. Ich weiß ich sollte mich schämen, aber ich amüsiere mich gerade.
Die Veroeffentlichung dieser Daten ist leider ueberhaupt nicht lustig. Auf den ersten Blick mag man sich freuen, dass Fremdgeher entlarft werden. Aber das Zerbrechen einer Ehe ist wohl noch die harmloseste Konsequenz. Dieses Portal hat Nutzer in einer Vielzahl von Laendern. In einigen dieser Laender sind Ausereheliche Beziehungen strafbar. Zudem wurde mit den persoenlichen Daten auch sexuelle Vorlieben veroeffentlicht. (z.B. homosexualitaet) Wenn man jetzt bedenkt dass in einigen Laendern (aus denen auch einige User kommen) auf Homosexualitaet die Todesstrafe steht, so sollte einem das Lachen dann doch schnell vergehen.
aurichter 22.08.2015
5. @ NewYork1976
Merkwürdige Sicht der Dinge. Wenn dort Personen aufgrund der Veröffentlichung ihrer Daten bzw ihrer selbst und freiwillig gemachten Neigungen in Schwierigkeiten geraten, dann haben Sie dies in Zeiten von NSA-Skandal und militärischer Spionage bspw der Israelis, der Chinesen und der Engländer, nur um Einige zu nennen, ersteinmal selbst zu verschulden. Wenn ich in einem Land nach putinschem Strickmuster lebe, dann gebe ich auch Online keine Daten Preis, die Rückschlüsse auf meine Neigungen - egal welcher Art - zulassen. Jetzt grundsätzlich den Gegnern dieses FFP (Fremd-F*ck-Portal) die Schuld an zukünftigen Problemen zuzuschieben lässt imho schon gewisse Rückschlüsse zu.
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