Ausgeballert Quake 3 auf dem Index

Ab sofort darf das Ballerspiel "Quake 3: Arena" in Deutschland nur noch unter strengen Auflagen verkauft werden. Die Bundesprüfstelle hat das umstrittene Spiel auf den Index gesetzt.
Von Alexander Stirn

Die Entscheidung kam wenig überraschend: Rund einen Monat, nachdem das Spiel "Quake 3: Arena" in Deutschland auf den Markt gekommen ist, hat es die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften  (BPjS) im Rahmen einer vorläufigen Anordnung auf den Index gesetzt.

Die bemängelte US-Version des 3D-Spiels darf zwar weiterhin verkauft werden - allerdings nur noch unter dem Ladentisch. Werbung für das Spiel ist ebenso verboten wie der Verkauf über Versandhäuser.

Die Firma Activision , die "Quake" in Deutschland vertreibt, hat allerdings schon eine "entschärfte Version" in der Hinterhand. Diese werde im Moment, so Activision-Sprecher Markus Wilding, von der Bundesprüfstelle unter die Lupe genommen.

Sollte keine Inhaltsgleichheit mit der beanstandeten US-Version festgestellt werden, will Activision Ende Januar/Anfang Februar mit dem Verkauf der Version beginnen. Die BPjS wird voraussichtlich in der nächsten Woche bekannt geben, ob die neue Fassung brav genug für den Vertrieb in der Bundesrepublik ist.

"In der deutschen Version wird es kein Blut geben", sagt Wilding. Auch auf "Todesanimationen" und "zersplitternde Leichenteile" müssten die Bundesbürger verzichten. Am Spielprinzip, versichert der PR-Manager, ändere sich aber nichts.

"Sonderlich überraschend kam die Entscheidung der Bundesprüfstelle nicht", räumt Wilding ein, "wenn auch die Begründung nicht unbedingt nachvollziehbar ist." Ein bayerisches Jugendamt habe bei der BPjS beanstandet, dass im Spiel "laufend menschliche Gegner getötet" würden.

Eine Argumentation, der Wilding nicht folgen will. Zum einen seien die Figuren im Spiel "relativ comicmäßig" dargestellt, zum anderen würden die Gegner nicht umgebracht, sondern nach einem Treffer auf der Stelle wiederbelebt. "Da macht es Plopp, und der Gegner ist wieder da."

Überhaupt gebe es in Quake "keine Kopfschüsse" - ganz im Gegensatz zu anderen Baller-Spielen. Doch während Produkte wie das Spiel "Unreal" bereits seit zwölf Wochen unbeanstandet verkauft würden, sei Quake jetzt indiziert worden. Wilding: "Da drängt sich schon der Gedanke auf, dass nach dem Namen und nicht nach dem Inhalt gegangen wurde."

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.