Schnellere Abfertigung Australischer Flughafen testet Gesichtserkennung

In Sydney soll man künftig schneller ins Flugzeug kommen, indem man sein Gesicht als biometrische Bordkarte benutzt. Die Betreiberfirma feiert den Komfort der neuen Technik, Bürgerrechtler sehen sie kritisch.
Passagiere im Flughafen von Sydney

Passagiere im Flughafen von Sydney

Foto: WILLIAM WEST/ AFP

Der Kingsford Smith Airport in Sydney hat gemeinsam mit der Fluggesellschaft Qantas ein Gesichtserkennungsprojekt gestartet. In der ersten Phase sollen ausgewählte Passagiere in den Terminals einchecken, ihr Gepäck aufgeben, die Lounge betreten und sich beim Boarding ausweisen können, indem sie ihr Gesicht vor eine Kamera halten.

Ziel des Projekts sei es, den Reisenden die Nutzung des Flughafens leichter und bequemer zu machen. "Künftig muss man am Check-in nicht mehr mit Pässen und Koffern jonglieren und seine Taschen oder das Smartphone durchwühlen, um seine Bordkarten zu zeigen", sagt Flughafenchef Geoff Culbert. Das Gesicht ersetze diese Dokumente.

Bisher können sich nur ausgewählte Passagiere auf internationalen Flügen für die Gesichtserkennung entscheiden. Die Teilnehmer müssen ausdrücklich zustimmen, dass sie an dem Test teilnehmen wollen. Mit der Technologie wolle man die Kontrollen am Flughafen langfristig für alle 43 Millionen Passagiere vereinfachen, die dort pro Jahr durchgeschleust werden.

An den Grenzkontrollen des Flughafens ändert sich durch das neuen System aber nichts. Reisende aus dem Ausland müssen nach wie vor ihren Reisepass vorzeigen und werden anhand ihrer biometrischen Daten überprüft.

Kritik von Bürgerrechtlern

Australischen Bürgerrechtlern des Human Rights Law Centre (HRLC) geht die Gesichtserkennung durch Unternehmen deutlich zu weit. In anderen Ländern gebe es "ernsthafte Debatten darüber, ob die Polizei Bilder von unschuldigen Menschen speichern darf", sagte eine Sprecherin der Organisation .

Die australische Regierung hingegen lasse nicht nur die Polizei, sondern auch "Transportunternehmen und private Firmen eine Datenbank durchsuchen, die persönliche Informationen von Australiern mit deren biometrischen Profilen und ihrem Gesicht zusammenführt." Da stelle sich die Frage der Verhältnismäßigkeit.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.