Backup für Windows- und Apple-Rechner So bringen Sie Ihre Daten in Sicherheit

Externe Festplatte, Cloud oder eigener Heimserver: Wo ist das Backup mit den persönlichen Daten am besten aufgehoben? Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Urlaubsfotos und Abschlussarbeiten in Sicherheit bringen.
Daten auf einer Festplatte: Wer sichert, hat beim Plattencrash weniger Probleme

Daten auf einer Festplatte: Wer sichert, hat beim Plattencrash weniger Probleme

Blitzschlag, Feuer, Plattencrash: Plötzlich geht es ganz schnell, dann sind die persönlichen Daten weg. In Bruchteilen einer Sekunde ist die Abschlussarbeit kurz vor dem Abgabetermin vernichtet, und alle Familien- und Urlaubsbilder sind aus dem digitalen Fotoalbum getilgt. Obwohl vielen Computernutzern klar ist, dass eine Festplatte nur eine begrenzte Lebenszeit hat, sichert sich kaum ein Anwender gegen Datenverlust ab. Laut einer Studie des Festplattenherstellers "Western Digital" legen mehr als die Hälfte der Nutzer in Deutschland kein Backup ihrer Daten an. Lediglich 40 Prozent bewahren Sicherheitskopien ihrer Dateien auf.

Dabei ist es heutzutage selbst mit Bordmitteln der Betriebssysteme für Windows- und Apple-Rechner ziemlich einfach, seine Daten zu sichern. In den meisten Fällen genügt eine externe Festplatte. Wer weltweit auf seine Daten zugreifen will, kann sein Backup auch in die Wolke verlagern oder sich seinen eigenen Server im Heimnetzwerk einrichten.

Der Überblick zeigt, zu welchem Nutzer welche Backup-Strategie am besten passt.

Backup mit Windows 8

Windows 8.1: Ein einfaches Backup-Programm ist eingebaut

Windows 8.1: Ein einfaches Backup-Programm ist eingebaut

Microsoft macht es den Computernutzern einfach und liefert standardmäßig mit ihrem Betriebssystem Windows 8 ein Backup-Programm mit. Für eine regelmäßige Datensicherung benötigen die Nutzer außer dieser Software lediglich einen externen Datenspeicher. Dafür eignen sich vor allem portable Festplatten mit USB-Anschluss, die im besten Fall an einem anderen Ort als der Rechner aufbewahrt werden.

Denn wird der Rechner gestohlen oder bei einem Brand zerstört, sind zumindest die Daten auf der Backup-Platte in Sicherheit. Die Festplatte sollte eine Größe von einem Terabyte haben, um auch große Mengen an Bildern, Musik und Videos zu sichern.

Das Windows-8-Backup verbirgt sich hinter dem Namen "Dateiversionsverlauf" und wird über die Systemsteuerung aufgerufen. Der Nutzer kann einstellen, welche Ordner gesichert werden sollen, in welchem Zeitabstand und auf welchem Laufwerk die Daten abgelegt werden sollen.

Die Backup-Software von Microsoft landet bei "Stiftung Warentest" allerdings nur im Mittelfeld der Ergebnistabelle . Die Tester bemängeln, dass beim Backup zu viele Systemressourcen verbraucht werden und es zu lange dauert, bis die Daten wiederhergestellt sind. Entgegen den Angaben im Testbericht ist auch ein vollständiges Backup des Systems bei Windows 8 möglich.

Wer seine Daten nicht mit Windows-Bordmitteln sichern will, der kann auf kommerzielle Backup-Programme zurückgreifen. Im Test der "Stiftung Warentest" landeten zwei Programme mit dem Qualitätsurteil "gut" auf den vorderen Rängen:

  • Laut Stiftung Warentest ist "Acronis True Image 2013 Plus" (etwa 80 Euro) das beste Programm für Backups auf Windows-Rechnern.
  • Ebenfalls geeignet ist das Programm "Paragon Backup & Recovery 12 Home" (etwa 20 Euro).

Preis
Das Microsoft-Backup ist kostenlos für Anwender von Windows 8, kommerzielle Software gibt es ab 20 Euro.
Eine externe Festplatte mit einem Terabyte Speicherplatz kostet etwa 60 Euro.

Vorteile
+ kostengünstige Lösung für Windows-Nutzer
+ einfache Einrichtung

Nachteile
- Wiederherstellung mit dem Windows-Backup dauert lange.

"Time Machine" Backup für Apple-Rechner

Apple Airport Time Capsule: In diesem Kasten steckt ein W-Lan-Router

Apple Airport Time Capsule: In diesem Kasten steckt ein W-Lan-Router

Foto: Apple

Wer mit dem Apple-Betriebssystem Mac OS X arbeitet, auf dessen Rechner ist automatisch auch das Backup-Tool "Time Machine" installiert. Ein Datensicherungsprogramm, das alles sichert, was auf dem Rechner passiert. Sobald "Time Machine" aktiviert wird, speichert das Tool stündlich alle gespeicherten Fotos, E-Mails und Programme.

Das Backup wird aktiviert, sobald der für die Sicherung eingerichtete Datenträger mit dem Rechner verbunden wird. Über einen Zeitstrahl kann der Nutzer durch die aufgezeichneten Backups springen und beispielsweise die frühere Version eines überschriebenen Word-Dokuments wiederherstellen. Viel einstellen kann der Anwender allerdings nicht. Lediglich der Zielort der Sicherung lässt sich bestimmen, die Abstände zwischen den Backups kann man nur mit Software von Drittanbietern verändern.

Im Test der "Stiftung Warentest" landet "Time Machine" wie das Microsoft-Backup-Tool im Mittelfeld. Die Software verliert vor allem deswegen Punkte, weil sie den Prozessor bei der Sicherung stark in Anspruch nimmt. Außerdem läuft den Testern das Backup im Vergleich zu den anderen Programmen nicht schnell genug ab.

Preis
"Time Machine" ist kostenlos für Anwender von Mac OS X, eine Festplatte mit einem Terabyte Speicher kostet etwa 60 Euro.

Vorteile
+ kostengünstige Lösung für Mac-Nutzer
+ Das komplette System wird gesichert, auch installierte Programme.

Nachteile
- kaum Einstellungsmöglichkeiten

Datensicherung mit RAID

Gleich vorweg: ein RAID-System (RAID = Redundant Array of Independent Disks) ist nur bedingt für die Datensicherung geeignet. Das Problem: Das System schützt lediglich vor Datenverlust bei einem Hardware-Problem. Nicht jedoch vor Anwenderfehlern. Wer sich allein vor einem Festplatten-Crash fürchtet, liegt mit dem RAID-1-Aufbau jedoch genau richtig.

Bei RAID 1 laufen ständig mindestens zwei Festplatten parallel. Ein Controller sorgt dafür, dass der Rechner auf beide Festplatten immer exakt die gleichen Daten schreibt. Daher ist auch immer nur die Hälfte der Kapazität verfügbar. Werden beispielsweise zwei Platten mit je einem Terabyte eingesetzt, bleibt insgesamt nur ein Terabyte Platz für Daten. Fällt jedoch eine Festplatte aus, kann sie ohne weiteres ausgetauscht werden - auch während des Betriebs.

Das Problem: Sobald der Anwender einen Fehler macht, etwa aus Versehen eine Datei löscht, dann hilft auch das RAID-System nicht mehr weiter. Die Daten sind dann auf den Zwillingsplatten verloren. Das gilt auch für Schadsoftware: Sollte sich ein Virus einnisten, so verteilt sich der Code in der Regel auf beiden Platten. Um wichtige Dokumente und das Familienalbum zu sichern, ist das RAID-Verfahren somit kaum geeignet.

Preis
Ab etwa 150 Euro bekommt man ein USB-RAID-System mit zwei Terabyte Speicher.

Vorteile
+ Die Daten werden in Echtzeit gesichert.
+ kein Backup-Zeitverlust, auch bei hohem Speicherplatzbedarf

Nachteile
- Bei zwei Platten ist insgesamt nur der Speicherplatz der kleinsten Festplatte verfügbar.
- keine Wiederherstellung möglich bei Anwenderfehlern (etwa versehentliches Löschen) oder zerstörten Dateien

Backup in der Wolke

Im ersten Moment klingt die Cloud-Lösung nach dem besten Weg für die Datensicherung. Schließlich ist alles, was man für das Backup in der Wolke benötigt, ein schneller Internet-Zugang. Um den Rest kümmert sich der Cloud-Dienstleister. Er stellt die Hardware zur Verfügung, wartet die Server und sichert die Daten gegen Blitzschlag, Stromausfall und Festplatten-Crashs. Und wenn der Speicherplatz knapp wird, dann erweitert man einfach das Abo.

Doch es gibt einige Haken am ausgelagerten Backup in der Wolke. Denn sobald die persönlichen Daten einmal im Internet gelandet sind, sind sie längst nicht mehr so sicher wie auf der heimischen Festplatte. Wer sich für einen Cloud-Dienst entscheidet, sollte sich einen vertrauenswürdigen Anbieter aussuchen, rät Tim Waizenegger vom Institut für verteilte und parallele Systeme an der Universität Stuttgart. Zwar seien die Daten dort in der Regel sehr gut aufgehoben, doch "bei vielen Cloud-Dienstleistern lässt sich nur schwer nachzuvollziehen, wo die Daten landen", sagt der Wissenschaftler.

Generell empfiehlt Waizenegger, alle ausgelagerten Daten "dringend zu verschlüsseln". Wer seine Daten nach außen gebe, "muss davon ausgehen, dass sie nicht sicher sind vor fremdem Zugriff". Viele Experten raten sogar generell davon ab, wichtige Dokumente sorglos in der Cloud zu sichern.

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Truecrypt: Ein Safe für sensible Dateien

Einige europäische Dienstleister haben dieses Problem erkannt und versprechen einen besseren Datenschutz als US-Anbieter wie Dropbox und Co. Für einen Preis zwischen einem und 30 Euro im Monatspendieren Jottacloud, Wuala und Teamdrive bis zu fünf Gigabyte Speicherplatz. Wer mehr benötigt, kann sich zusätzlichen Speicher kaufen.

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Cloud-Dienste: Jottacloud, Teamdrive und Wuala im Vergleich

Das Backup in der Wolke bringt vor allem ein Problem mit sich: Man muss viel Zeit mitbringen. Denn im Gegensatz zu einem schnellen USB-3.0-Transfer mit bis zu 500 Megabyte pro Sekunde landet während eines Uploads im Durchschnitt nur etwa ein Megabyte pro Sekunde auf dem Server.

Preis
Zwischen einem und 30 Euro im Monat für bis zu fünf Gigabyte Cloud-Speicher.

Vorteile
+ keine zusätzliche Hardware nötig
+ weltweiter Zugriff auf die Daten

Nachteile
- Datensicherheit ist ungewiss.
- Web-Speicher ist teurer als Speicherplatz auf tragbaren Festplatten.
- Die Übertragungsgeschwindigkeit ist das Nadelöhr bei Online-Backups.

NAS-Server: Backup auf dem eigenen Server

Western-Digital-Netzwerkfestplatte: Speichern im Heimnetzwerk

Western-Digital-Netzwerkfestplatte: Speichern im Heimnetzwerk

Foto: Western Digital

Wer den Cloud-Anbietern im Netz nicht vertraut, kann sich auch seine eigene Festplatte ins Heimnetzwerk holen. Dafür eignet sich ein sogenannter Network Attached Storage (NAS). Ein Datenträger, der über das Heimnetzwerk mit den Rechnern verbunden ist. Sobald der NAS-Server an den Router angeschlossen ist, können die Geräte im Büro oder im Haushalt bequem per W-Lan darauf zugreifen. Der NAS wird dann wie eine externe Festplatte behandelt, die am Rechner angeschlossen ist. In vielen NAS-Geräten ist bereits ein Datenträger eingebaut, manche Geräte müssen zunächst noch mit einer Festplatte ausgerüstet werden.

Der Vorteil gegenüber einem Backup in der Cloud: Der NAS-Server wird über das lokale Netzwerk angesteuert, daher läuft die Datenübertragung wesentlich schneller ab als ein Upload der Daten ins Internet. Wer unterwegs auf den Server zugreifen will, kann den NAS-Server außerdem für den Zugriff aus dem Netz per Nutzername und Passwort konfigurieren.

Der Haken am NAS-Server: Die Daten lagern im selben Gebäude wie der Computer. Somit können die Dateien zwar bei einer zerstörten Festplatte wiederhergestellt werden, wenn aber ein Feuer ausbricht, werden in der Regel aber der Rechner und der NAS-Server zerstört - und Fotos und Word-Dokumente sind verloren.

Die Redaktion des Branchenportals "Chip " hat einige NAS-Server getestet:

  • Auf dem ersten Platz landete der Zyxel NSA-310 (etwa 60 Euro), der allerdings ohne Festplatte geliefert wird.
  • Auf den zweiten Platz hat die Redaktion das Western-Digital-Gerät My Cloud mit zwei Terabyte gewählt (etwa 130 Euro),
  • auf den dritten die Buffalo Linkstation 410 mit zwei Terabyte (etwa 170 Euro).

Preisa
Ab 130 Euro für einen NAS-Server mit einem Terabyte Speicherplatz.

Vorteile
+ Alle Geräte im Heimnetzwerk können parallel über WLAN auf den NAS-Server zugreifen.
+ Drittanbieter haben keinen Zugriff auf die Daten.

Nachteile
- Die Daten lagern in der Regel im selben Büro, daher kein Schutz vor Brand.
- teurer als Datensicherung auf externen Datenträgern