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18. April 2011, 11:23 Uhr

Beichte per iPhone

"Gütiger Himmel! Wo kommen wir denn da hin?"

Die stellvertretende CSU-Generalsekretärin Dorothee Bär ruft dazu auf, in der Karwoche iPhone und Co. auch mal auszuschalten. Besonders kritisch äußerte sie sich zu einer Beicht-App, die Sündern beim Empfangen des Bußsakraments helfen soll.

Hamburg - Mit Segen von ganz oben: Bei der Entwicklung der Beicht-App "Confession", die es für 1,59 Euro für Apple-Geräte zu kaufen gibt, haben ein katholischer Priester und das bischöfliche Ordinariat der USA mitgeholfen. Gläubige sollen in die App einfach ihre Sünden eingeben und das von der Software passend herausgesuchte Gebet aufsagen.

Gar nicht lustig findet das offenbar Dorothee Bär, die stellvertretende Generalsekretärin der CSU. In der Parteizeitung "Bayernkurier" wettert sie nun unter der Überschrift "Klartext" gegen die Beicht-App: "Gütiger Himmel! Wo kommen wir denn da hin?" Dass habe der Papst sicher nicht im Sinn gehabt, als er seine Jünger zu mehr Präsenz im Internet aufforderte, schreibt Bär. Worauf sie nicht hinweist: Ganz ohne Priester geht es auch mit Beicht-App nicht, der geneigte Katholik wird darauf im Kleingedruckten hingewiesen.

Den Appell des Papstes zur Online-Offensive kontert sie mit der Aufforderung, in der Karwoche vor Ostern auf den ständigen Einsatz digitaler Gadgets zu verzichten. Auch einmal den "Aus"-Knopf finden, schlägt sie ihren Lesern vor. In der iPhone-App der CSU ist ihr Loblied auf den App-Verzicht die dritte Meldung.

ore

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