Handy-Bezahlsystem Vodafone bringt M-Pesa nach Europa

Es geht auch ohne Smartphone, App und Tan-Liste. Mit M-Pesa bringt Vodafone ein mobiles Bezahlsystem in ländliche Gebiete Europas, das auf der SMS-Technik basiert. Zunächst startet das System in Rumänien.
Bezahlen übers Handy (Foto aus Kenia): M-Pesa startet in Rumänien

Bezahlen übers Handy (Foto aus Kenia): M-Pesa startet in Rumänien

Foto: Christoph Titz

Vodafone startet sein Handy-Bezahlsystem M-Pesa in Rumänien. Der Dienst ermöglicht Kunden das Abwickeln grundlegender elektronischer Zahlungsvorgänge, auch wenn sie kein Bankkonto besitzen. Zuerst war der Dienst 2007 in Kenia eingeführt worden, mittlerweile gibt es ihn zum Beispiel noch in Ägypten und Indien. Weltweit sollen das System derzeit knapp 17 Millionen Menschen nutzen .

M-Pesa-Guthaben lässt sich mit Bargeld kaufen und dann mobil an andere M-Pesa-Nutzer sowie an Nutzer mit regulären Konten überweisen. Außerdem lässt sich Guthaben auf die SIM-Karte des Handys laden, das nicht nur für Telefongespräche, sondern auch für andere Zahlungen zur Verfügung steht.

Für die Abwicklung der Zahlungen sind sogenannte M-Pesa-Agenten zuständig - in den bisher teilnehmenden Ländern übernehmen diese Aufgabe häufig Tankstellenpächter oder Betreiber von Internetcafés.

Rumänien als europäischer Testmarkt

M-Pesa - "Pesa" ist übrigens Suaheli für Geld - setzt technisch auf einem SIM-Karten-Tool auf, darum braucht es dafür auch keine komplizierte Smartphone-Technik. Geldanweisungen werden auf dem Handy des Empfängers angezeigt und mit einem zusätzlichen Zahlencode versehen, den er braucht, um das Geld beim Agenten abzuheben. Laut Vodafone soll das sicherer sein als Bargeld mit sich zu tragen. Nutzer sollten ihr Handy für den Verlustfall aber auf jeden Fall mit einem Passwort versehen.

Für Rumänien als Testmarkt hat sich Vodafone aus praktischen Gründen entschieden: In dem Land hätten die meisten der 21 Millionen Einwohner mindestens ein Mobilgerät, schreibt Vodafone-Manager Michael Joseph in einer Presseerklärung , aber über ein Drittel der Menschen habe kein Bankkonto. M-Pesa sei für ländliche Bereiche mit wenigen Bankfilialen und Geldautomaten gedacht, ebenso für Kunden, die kein Bankkonto bekommen, weil ihr Einkommen zu niedrig ist.

Vom Start weg sollen sechs Millionen Rumänen am System teilnehmen können, unter anderem über 300 Vodafone-Shops. Bis Ende 2014 sollen es dann 2000 Verkaufsstellen geben. Wann M-Pesa in anderen europäischen Ländern verfügbar sein wird, steht noch nicht fest. Zur engeren Auswahl zählt aber Italien, da das Land einen relativ hohen Bevölkerungsanteil ohne festen Wohnsitz hat.

abr
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