SolarWinds Biden verspricht Konsequenzen nach Hack gegen US-Behörden

Noch ist nicht absehbar, wie gravierend die Spionageaktion gegen US-Behörden und Firmen ist: Aber anders als Donald Trump will der künftige US-Präsident Joe Biden den SolarWinds-Hack nicht unbeantwortet lassen.
SolarWinds-Sitz in Austin, Texas

SolarWinds-Sitz in Austin, Texas

Foto: SERGIO FLORES / REUTERS

Der künftige US-Präsident Joe Biden hat angekündigt, dass der groß angelegte Hack gegen amerikanische Regierungseinrichtungen und Unternehmen nicht folgenlos bleiben werde. »Ich verspreche Ihnen, es wird eine Antwort geben«, sagte Biden am Dienstag in Wilmington (Delaware) vor Journalisten. »Wir können das nicht unbeantwortet lassen.«

Durch ein kompromittiertes Update der Netzwerkmanagement-Software Orion des texanischen Herstellers SolarWinds hatten sich die Täter Hintertüren zu mehr als 17.000 Behörden und Unternehmen in aller Welt verschafft. Wie viele Organisationen letztlich ausspioniert wurden und in welchem Umfang, ist noch weitgehend unklar. Zu den SolarWinds-Kunden gehören unter anderem

  • das US-Finanzministerium,

  • das Handelsministerium,

  • das Heimatschutzministerium,

  • das Außenministerium

  • und Teile des Pentagons.

Auch wenn der amtierende Präsident Donald Trump den mutmaßlichen Spionagefall nicht ernst nehme, »ich werde es tun«, sagte Biden. Die Urheber müssten klar benannt und zur Rechenschaft gezogen werden. Konkreter wurde er nicht. »Diese Attacke stellt ein ernstes Risiko für unsere nationale Sicherheit dar«, betonte er und mahnte – im Gegensatz zu Trump –, er sehe keine Hinweise, dass die Lage unter Kontrolle sei.

Kongressvertreter fordern einen Gegenschlag

Nach ersten Erkenntnissen stecke Russland dahinter, sagte Biden und verwies dabei auf Äußerungen von Außenminister Mike Pompeo und Justizminister William Barr, die jedoch keine Belege vorgelegt hatten.

Trump habe aber noch keinen Urheber benannt, sagte Biden und nannte die Reaktion des amtierenden Präsidenten enttäuschend. Sobald er im Amt sei, werde er alles Notwendige tun, um der Frage auf den Grund zu gehen, wie groß das Ausmaß des Vorfalls sei, wie es dazu kommen konnte und wie eine derartige Attacke künftig zu verhindern sei.

Die russische Regierung hat jede Verbindung zu dem Vorfall zurückgewiesen. Pompeo und Barr hatten jedoch erklärt, es scheine sicher, dass er auf das Konto Moskaus gehe. Auch hochrangige Vertreter aus dem Kongress – Demokraten wie auch Trumps Republikaner – sehen Russland hinter der Tat. Sie äußerten sich hochgradig alarmiert und forderten einen Gegenschlag der USA.

Trump dagegen nahm die Russen in Schutz und brachte, ebenfalls ohne Belege, China als möglichen Schuldigen ins Gespräch. Er behauptete auch, der Hack werde in den »lügnerischen Medien« weit größer dargestellt, als er tatsächlich sei. Es sei alles voll unter Kontrolle.

pbe/dpa