"Bild"/T-Online Verbietet das Kartellamt die Kooperation?

Zehn Monate nachdem "Bild" und T-Online ihre Pläne für ein gemeinsames Portal verkündeten, macht ihnen nun das Kartellamt einen Strich durch die Rechnung. Ein Verbot der Kooperation zeichnet sich ab.


Dumm gelaufen: Das Kartellamt kann Ron Sommers Begeisterung über den Ausbau marktbeherrschender Stellungen nicht teilen
REUTERS

Dumm gelaufen: Das Kartellamt kann Ron Sommers Begeisterung über den Ausbau marktbeherrschender Stellungen nicht teilen

Das Bundeskartellamt hat "Bedenken" gegen das geplante gemeinsame Internetportal von T-Online und Bild.de. Das Bundeskartellamt befürchte, dass T-Online als Internet-Provider mit den digitalen Inhalten von Bild.de seine marktbeherrschende Stellung verstärken könnte, sagte ein Sprecher des Bonner Amtes am Donnerstag.

Damit bestätigte er Informationen von "Heise Online". Er sagte wörtlich: "Wir sind mit beiden Unternehmen im Gespräch und haben um Stellungnahmen zu unseren Befürchtungen gebeten."

Heise gibt an, die Bedenken des Kartellamtes lägen nicht zuletzt im Bereich der Verflechtung von T-Online und Telekom: T-Online genieße bereits einen "erheblichen Wettbewerbsvorteil" gegenüber der Konkurrenz, weil es das Abrechnungssystem der Telekom nutzen könne. Im Bereich der "kostenpflichtigen Inhaltevermarktung" könne die geplante Kooperation zu einer "Verstärkung der marktbeherrschenden Stellung von T-Online auf dem Markt der Internet-Provider" führen.

Genau das aber war das erklärte Ziel von Ron Sommer, als er im April 2001 als Konzernchef statt eines T-Online-Sprechers vor die Presse trat, um die Kooperation öffentlich zu machen: Das Joint Venture sollte T-Onlines Vormachtstellung unter den Providern ausbauen und, so wörtlich, "den Abstand zu unseren Wettbewerbern weiter vergrößern". Gleichzeitig stärke dies natürlich auch "den Konzern insgesamt".

Das aber klingt, merkt "Heise" treffend an, als sei es "direkt der Begründung des Kartellamts entnommen".



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