Zensur Suchmaschine Bing in China gesperrt

Die Kontrolle nimmt zu: China blockiert nun auch Microsofts Suchmaschine Bing, einen der letzten großen Internetdienste aus dem Ausland. Die Blockade könnte Teil einer digitalen "Aufräumaktion" der Regierung sein.
Microsoft-Suchmaschine Bing (Symbolbild)

Microsoft-Suchmaschine Bing (Symbolbild)

Foto: FLORENCE LO/ REUTERS

Die Suchmaschine Bing des US-Technologieriesen ist in China gesperrt. Dort sei Bing derzeit nicht zugänglich, teilte das Unternehmen mit. Der Zeitung "Financial Times" zufolge bestätigte der staatseigene Telekomkonzern China Unicom eine entsprechende Anordnung der Regierung. Ein Grund ist nicht bekannt.

Bing war zuletzt die einzige große ausländische Suchmaschine, die innerhalb der Volksrepublik verfügbar war. Denn Microsoft zensierte auf Geheiß der Führung in Peking Suchergebnisse zu heiklen Themen.

Die Regierung hatte erst am Mittwoch bekannt gegeben , millionenfach Inhalte, Tausende Apps und Hunderte Websites aus dem Netz genommen zu haben. Das sei Teil einer großen Aufräumaktion gegen unerwünschte Inhalte, die in diesem Monat gestartet sei.

Microsofts Dienst Skype wurde bereits im November 2017 in China gesperrt. Andere Dienste wie Facebook, WhatsApp, YouTube oder Twitter sind hinter Chinas "Großer Firewall" ebenfalls nicht verfügbar - das gilt auch für Google mit allen seinen Diensten. Das Unternehmen wollte den Zensurvorgaben des Landes nicht entsprechen und hatte sich angesichts dieses Streits 2010 aus dem chinesischen Markt zurückgezogen.

Nachdem es immer wieder Berichte über eine mögliche chinesische Google-Version gab, sagte Google-Chef Sundar Pichai im Dezember, es gebe zwar solche Überlegungen, aber keine konkreten Pläne.

Wer die Blockaden umgehen will, braucht einen VPN-Tunnel (Virtual Private Network). Doch gehen die chinesischen Behörden in den vergangenen Monaten noch stärker als früher gegen solche geschützten Verbindungen vor, indem sie diese massiv stören. Viele VPN-Dienste funktionieren oft nur noch schlecht. VPN-Dienste zu nutzen, die nicht vom Staat lizenziert wurden, ist in China illegal.

juh/Reuters/dpa
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