Verdacht auf Diebstahl Bitcoin-Börse Mt. Gox ist offline

Die populäre Bitcoin-Tauschbörse Mt. Gox ist derzeit nicht erreichbar. Bereits vor Wochen hat die Plattform den Handel mit der virtuellen Währung wegen technischer Probleme ausgesetzt. Nun vermuten Insider einen gigantischen Diebstahl.
Website von Mt. Gox: Erst technische Probleme, dann Gerüchte über Millionendiebstahl

Website von Mt. Gox: Erst technische Probleme, dann Gerüchte über Millionendiebstahl

Foto: YOSHIKAZU TSUNO/ AFP

In der Nacht von Montag auf Dienstag ist die Website der großen Bitcoin-Tauschbörse Mt. Gox verschwunden. Bereits vor zwei Wochen hatten die Betreiber den Handel mit Bitcoin auf der Plattform eingestellt, nachdem eine technische Panne bekannt geworden war. Ein Fehler in der Verwaltungssoftware ermöglichte es offenbar, Transaktionen zu manipulieren.

Mt. Gox hatte neben dem Tausch von Dollar in Bitcoin Nutzern eine Kontoführung angeboten - die Firma speicherte die Bitcoins der Kunden auf den eigenen Servern. Laut einem internen Dokument, dessen Echtheit bisher nicht bestätigt ist, soll die Firma durch die technische Panne über mehrere Jahre verteilt 744.408 Bitcoin verloren haben.

Sollten diese Angaben stimmen, wären das ungefähr sechs Prozent aller derzeit existierenden Bitcoin-Einheiten. Stimmt die Zahl, fehlen Mt. Gox umgerechnet rund 350 Millionen Dollar. In der Präsentation  wird empfohlen, Mt. Gox für einen Monat zu schließen und danach mit neuem Management und neuem Namen weiterzumachen. Die Firma äußerte sich bisher nicht.

Dafür erklärten mehrere andere Bitcoin-Firmen, Mt. Gox habe das Vertrauen seiner Nutzer missbraucht. Wie in jeder neuen Branche gebe es schlechte Firmen, die verschwinden müssten. Mt. Gox habe die Probleme, heißt es in der Stellungnahme der Konkurrenz  weiter, in vertraulichen Gesprächen bestätigt.

Offenbar steht Mt. Gox "am Rande des Zusammenbruchs", schreibt die "New York Times" . Der Kurs der Krypto-Währung, der im Dezember zeitweise bei über 1000 Dollar lag, hat sich mittlerweile halbiert. Die Einstellung des Bitcoin-Handel auf Mt. Gox dürfte dafür mitverantwortlich sein.

Am Sonntag hatte die Bitcoin Foundation, die sich um die Standards der virtuellen Währung kümmert, mitgeteilt, dass Mt.-Gox-Firmenchef Mark Karpelès aus dem Vorstand ausgeschieden ist. Die Tauschbörse hatte seit ihrem Start 2009 immer wieder mit technischen Problemen zu kämpfen

Vor dem Büro der Betreiberfirma von Mt. Gox in Tokio protestieren seit Tagen zwei Nutzer, die ihr Geld wiedersehen wollen. Ihre Mini-Demonstration übertragen sie live ins Netz . Zeitweise sollen mehr als 500 Zuschauer virtuell mit dabei sein.

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