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28. Februar 2014, 11:41 Uhr

Bitcoin-Handelsplatz

Mt. Gox stellt Insolvenzantrag

Eine der größten Handelsplattformen für die Digitalwährung Bitcoin hat einen Insolvenzantrag gestellt. Die in Tokio beheimatete Plattform Mt. Gox hat offenbar viele Millionen Euro Schulden. Anleger müssen um ihre Einlagen bangen.

Tokio - Die Handelsplattform Mt. Gox gehört zu den größten, auf denen man Bitcoin kaufen und verkaufen kann. Nun scheint die Plattform mit gewaltigen Problemen zu kämpen - ob die Anleger ihre Einlagen je wiedersehen, ist unklar. Mt. Gox habe Schulden von rund 6,5 Milliarden Yen (46,6 Millionen Euro), hieß es am Freitag auf einer Pressekonferenz in Tokio, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo und das "Wall Street Journal" übereinstimmend berichten. Die Bitcoin-Börse hatte zuvor bis auf weiteres den Betrieb eingestellt. Anleger kommen nicht mehr an ihre dort gespeicherten Einlagen.

Schon vorher hatte Mt. Gox immer wieder Probleme gehabt. Es gab Gerüchte über Sicherheitsprobleme, zeitweise war die Plattform nicht zu erreichen. Am Dienstag wurde Mt. Gox von den Betreibern selbst geschlossen. Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, den Betreibern sei von der Staatsanwaltschaft in New York eine Vorladung zugegangen. Schon Mitte der Woche protestierten vor der Mt.-Gox-Zentrale in Tokio erboste Anleger und forderten die Herausgabe ihres Geldes.

Bitcoins gibt es seit 2009. Sie werden in komplizierten Rechenprozessen auf den Computern der Nutzer erzeugt, können aber auch im Internet mit etablierten Währungen wie Dollar oder Euro gekauft werden. Sie kommen vor allem bei Zahlungen im Internet zum Einsatz. Im vergangenen Jahr war der Kurs zeitweise über tausend Dollar pro Bitcoin gestiegen. Die Schließung von Mt. Gox stürzte die Währung in eine Vertrauenskrise.

cis/dpa

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