Elite-Universität MIT Studenten bekommen 100 Dollar in Bitcoin

Das Massachusetts Institute of Technology experimentiert mit Kryptogeld. Im Herbst sollen über 4500 Studenten Bitcoin im Wert von jeweils 100 Dollar bekommen. Für das nötige Budget haben zwei Studenten Spenden gesammelt.

Bitcoin (Symbolbild): Kryptogeld-Experiment am MIT
REUTERS

Bitcoin (Symbolbild): Kryptogeld-Experiment am MIT


Am Massachusetts Institute of Technology (MIT), einer technischen Hochschule in Cambridge, startet demnächst ein ungewöhnliches Kryptogeld-Experiment. Für das "MIT Bitcoin Project" haben die zwei Studenten Dan Elitzer und Jeremy Rubin mit Hilfe von Alumni und Bitcoin-Unterstützern Spenden in Höhe von mehr als einer halben Million Dollar gesammelt. Mit dieser Summe wollen sie ermöglichen, dass Studierende Bitcoin im Wert von umgerechnet 100 Dollar bekommen.

Über das digitale Geld sollen die Beschenkten frei verfügen können. Die Projekt-Initiatoren wollen herausfinden, was passiert, wenn Menschen im Alltag plötzlich Zugang zu einer Kryptowährung haben. Ein Geldsegen im Sinne der Wissenschaft also. Zu den Unterstützern des im Herbst startenden Projektes zählen dementsprechend zahlreiche Professoren und Wissenschaftler der Hochschule.

Nach Angaben von Elitzer und Rubin ist geplant, dass alle 4528 Studenten, die grundständige Studiengänge absolvieren, an dem Experiment teilnehmen. Praktisch wird man sich jedoch für das Projekt melden müssen, es werden nicht automatisch für jeden digitale Geldbörsen angelegt. Die Summe, die vom Spendengeld übrig bleibt, soll in Info-Veranstaltungen zum Thema Bitcoin investiert werden.

Ein "Bitcoin-Ökosystem" soll etabliert werden

Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, Händler auf dem Campus mit dem Kryptogeld vertraut zu machen. Auf diesem Weg und mit eigenen Ideen der Studenten soll an der Hochschule ein "Bitcoin-Ökosystem" entstehen. "Der MIT-Campus wird ein Ort, an dem Bitcoin häufiger genutzt wird als irgendwo anders auf der Welt", sagt Dan Elitzer.

Dazu, wie die MIT-Studenten wohl mit ihrem Kryptogeld umgehen, geben Elitzer und Rubin bislang lieber keine Prognose ab. Dafür scheut Jeremy Rubin zumindest nicht vor großen Vergleichen: "Studenten Zugang zu Kryptowährungen zu geben, ist in etwa so, als hätte man ihnen zu Beginn der Internet-Ära einen Netzzugang gegeben."

Nach den Wechselkursen vom Mittwochabend würde man für 100 Dollar derzeit 0,22 Bitcoin bekommen.

mbö/Reuters

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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
Hans-Peter Schmidt 30.04.2014
1.
Hoffentlich bekommen die Studierenden genug Taschengeld. Andererseits werden sich sicher einige ihr Bitcoinguthaben bei nächster Gelegenheit in Dollar auszahlen lassen...
TS_Alien 30.04.2014
2.
So schafft man auch eine Nachfrage nach Bitcoins. Unter dem Deckmantel der Forschung. Ich wette, dass die Unterstützer dieses Projekts selbst Bitcoins in nennenswerten Mengen besitzen. Möchte man ernsthaft zum Thema Kryptogeld auf sozialer Ebene (Verbreitung, Verwendung, ...) forschen, sollte man eine eigene Kryptowährung verwenden, die die ganzen Nachteile von Bitcoins nicht besitzt. Geschenkt nehmen sicherlich viele Menschen Bitcoins, aber würden sie auch selbst Geld dafür ausgeben? Bereits am Anfang des Projekts sollte man diese wichtige Frage klären: Möchte jemand lieber 100 Dollar oder 100 Dollar in Bitcoins? Ich wette, die Mehrheit würde die 100 Dollar nehmen. Die anderen nehmen die Bitcoins und lassen sie liegen, spekulieren also damit. Das ist auch der Zweck von Bitcoins, aber gerade nicht der Zweck einer richtigen Kryptowährung. Denn eine echte Kryptowährung muss wie eine reale Währung wertstabil sein und überall akzeptiert werden.
ein-dummer-junge 01.05.2014
3. möchte auch mitmachen...
der neue Mount Campus ist geboren
danido 01.05.2014
4.
Zitat von TS_AlienSo schafft man auch eine Nachfrage nach Bitcoins. Unter dem Deckmantel der Forschung. Ich wette, dass die Unterstützer dieses Projekts selbst Bitcoins in nennenswerten Mengen besitzen. Möchte man ernsthaft zum Thema Kryptogeld auf sozialer Ebene (Verbreitung, Verwendung, ...) forschen, sollte man eine eigene Kryptowährung verwenden, die die ganzen Nachteile von Bitcoins nicht besitzt. Geschenkt nehmen sicherlich viele Menschen Bitcoins, aber würden sie auch selbst Geld dafür ausgeben? Bereits am Anfang des Projekts sollte man diese wichtige Frage klären: Möchte jemand lieber 100 Dollar oder 100 Dollar in Bitcoins? Ich wette, die Mehrheit würde die 100 Dollar nehmen. Die anderen nehmen die Bitcoins und lassen sie liegen, spekulieren also damit. Das ist auch der Zweck von Bitcoins, aber gerade nicht der Zweck einer richtigen Kryptowährung. Denn eine echte Kryptowährung muss wie eine reale Währung wertstabil sein und überall akzeptiert werden.
Wertstabilität, z.B. über eine Goldpreis- oder Dollarbindung, können Sie nur über eine zentrale Steuerung erreichen, genau das will man beim Bitcoin ja nicht. Und Spekulation hält den Markt liquide, der geringe Spread, also Differenz von Kauf- und Verkaufpreis, wird beim BTC, wie bei allen handelbaren Dingen, nur durch Handel und Spekulation erreicht. Aber gut, spielen wir Ihr Beispiel durch, nehmen wir an Sie bringen eine Cryptowährung auf den Markt mit einer Dollarbindung. Wie wollen Sie erreichen, dass Ihre Währung nur zu Ihrem Preis gehandelt wird? Das können Sie nur wenn Sie der alleinige Händler der Währung sind. So etwas gibt es bereits, gehen Sie in ein Spielcasino und tauschen Sie Ihr Geld in Spielgeld um, damit können Sie im Casino spielen, aber ausserhalb des Casinos können Sie damit nichts anfangen. Oder irgendwelche elektronischen Paycards, mit denen man z.B. im Parkhaus einen Parkplatz buchen kann, im Parkhaus sicher nützlich aber ausserhalb dieses geschlossenen Systems wertlos. Wo liegt also der Vorteil Ihrer Währung? Mein Geld kann ich jederzeit in Bitcoins umtauschen, dauert an einer entsprechenden Handelsplattform 1 Sekunde. Die erworbenen BTC kann ich innerhalb von 10 Minuten an jemanden schicken, der sie dann an seiner Handelsplattform wieder in Fiatgeld tauschen kann. Die Kursschwankung innerhalb dieser 10 Minuten ist absolut vernachlässigbar. Konkretes Beispiel: Sie fahren nach England um ein Auto von einem Privatmann zu erwerben. Sie schauen das Auto an, vereinbaren einen Preis, schicken dem Verkäufer online den entsprechenden Wert in BTC und innerhalb von 10 Minuten gehört das Auto Ihnen und Sie können es mitnehmen.
deutscheridiot 01.05.2014
5. Schwachsinn!
Ich kann dem Verkäufer auch EUR oder GBR überweisen. Dazu brauche ich keine BTC ...
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