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05. September 2012, 11:17 Uhr

Bitfloor

Hacker stehlen 250.000 Dollar in Bitcoins

Digitaler Bankraub: Unbekannte haben von der Handelsplattform Bitfloor 24.000 Bitcoins gestohlen. Die Firma will für den Schaden in Höhe von umgerechnet einer Viertelmillion Dollar einstehen. Die Hacker profitierten von einer Unachtsamkeit.

Bitfloor ist eine der Handelsplattformen, auf der mit der virtuellen Währung Bitcoin (BTC) gearbeitet wird. Offensichtlich ist es Hackern am Dienstag gelungen, in die Server des Anbieters einzudringen und Zugriff auf den sogenannten Coin-Pool zu erlangen. Dabei stahlen sie 24.000 BTC, umgerechnet an die 250.000 Dollar, wie "Ars Technica" berichtet.

Da Bitfloor dieses Geld eigentlich zur Abwicklung seiner Transaktionen verwendet, musste der Dienst seine Aktivitäten einstweilen einstellen. Wie Bitfloor-Gründer Roman Shtylman im Bitcoin-Forum erklärte, gelang den Hackern ihr Schlag allen Verschlüsselungen zum Trotz. Der Grund: ein Backup, das leider völlig unverschlüsselt war und in die Hände der Angreifer gelangte.

Mit den gestohlenen Schlüsseln erbeuteten die Hacker in insgesamt vier Transaktionen 24.078,39 BTC, nach derzeitigem Kurs genau 251.600 Dollar, wie "Zdnet" vorrechnet. Der Verlust könne womöglich zur Einstellung sämtlicher Aktivitäten von Bitfloor führen, so Shtylman, aber das sei nur der allerletzte Ausweg. Er verfüge über die aktuellen Logs aller Accounts und Transaktionen, was ihm notfalls Rückzahlungen an Bitfloor-Kunden ermögliche. Dazu würden die verbliebenen Mittel im Handels-Fond verwendet werden.

Sollte Bitfloor seinen Betrieb mittelfristig weiterführen, wie von Shtylman bereits angekündigt, würde es lange dauern, bis die Handelsplattform den Verlust wieder eingespielt hätte. Derzeit werde eine Handelsgebühr von 0,3 Prozent berechnet, so "Zdnet", das ergebe eine Monatseinnahme von 210 BTC. Damit lässt sich leicht ausrechnen, dass bis zum Schadensausgleich fast zehn Jahre ins Land gehen würden. Eine Finanzspritze von Investoren wäre hier eine willkommene Hilfe

Die potentielle und faktische Verwundbarkeit des Bitcoin-Systems für Hacker ist schon seit längerem einer der Hauptkritikpunkte an der virtuellen Währung. So hatte sich im Juni 2011 ein Angreifer Zugang zu einem gut gefüllten Konto bei der Handelsplattform Mt. Gox verschafft und versucht, das Guthaben in Dollar umzuwechseln. Dabei war der BTC-Kurs binnen kurzem von 17,50 Dollar auf einen Cent abgestürzt, der Handel auf der Plattform zwischenzeitlich eingestellt worden.

meu

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