Virtuelle Währung Verbote und technische Probleme setzen Bitcoin zu

In Russland rollt der Bitcoin - doch das soll jetzt ein Ende haben: Russische Behörden wollen jetzt gegen die virtuelle Währung vorgehen. Doch zu einem Kurssturz kam es aus einem anderen Grund.

Internet-Währung Bitcoin: Verbot in Russland
REUTERS

Internet-Währung Bitcoin: Verbot in Russland


Die russische Generalstaatsanwaltschaft, der russische Geheimdienst FSB und die Zentralbank Russlands warnen vor Bitcoin: Die Kryptowährung sei zur Geldwäsche geeignet, erklärten die Organisationen nach einem Treffen über den Umgang mit virtuellen Währungen. Mit Bitcoin könnte Terrorismus finanziert werden, als parallele Währung sei sie illegal.

"Das offizielle russische Zahlungsmittel ist der Rubel", erklärten die Behörden. Kryptowährungen wie Bitcoin oder Litecoin sind damit in Russland verboten. Die Zentralbank der Russischen Föderation warnte bereits im Januar, dass Operationen mit der virtuellen Währung spekulativer Natur seien und ein hohes Risiko des Wertverlusts tragen. Nach Artikel 27 des Föderalen Gesetzes seien Geldsurrogate verboten.

Der Bitcoin und andere neuartige Währungen geraten immer stärker unter Beschuss. In Dänemark und China sind sie bereits verboten, viele andere Staaten diskutieren eine Regulierung, immer wieder werden Bitcoin-Händler festgenommen und ihre Bitcoin-Vorräte beschlagnahmt.

Die Währung selbst leidet unter wiederholten Angriffen von Internetkriminellen auf die virtuellen Geldbeutel (Dateien mit den als Zahlencode gespeicherten Geldbeträgen) ihrer Benutzer und auf die technische Infrastruktur zur Verwaltung der virtuellen Währungen.

Auszahlstopp sorgt für Kurssturz

Zuletzt war Apple von Bitcoin-Befürwortern kritisiert worden. Der Konzern hatte vergangene Woche die Blockchain-App, eine Bitcoin-Geldbörse fürs iPhone, aus seinem App Store entfernt. Laut Blockchain ist damit die letzte Bitcoin-App ohne Angabe von Gründen aus dem Angebot verschwunden. Darüber, weshalb Apple gegen Bitcoin-Apps vorgeht, kann nur spekuliert werden. Das Unternehmen selbst hat sich dazu bisher nicht geäußert.

Zudem geriet letzte Woche einer der wichtigsten Bitcoin-Umschlagspunkte, der Dienstleister Mt. Gox, aus dem Tritt. Technische Probleme brachten den Bitcoin-Kurs zunächst ins Schleudern. Am Montag schließlich kündigte die Firma einen temporären Stopp aller Bitcoin-Auszahlungen an, bis die technischen Probleme gelöst seien. Offenbar handelt es sich um einen Fehler der zur Folge hat, dass Transaktionen derart manipuliert werden können, "dass es den Anschein macht, eine Bitcoin-Überweisung, die bereits durchgeführt worden ist, habe nicht stattgefunden". In der Folge kam es zu einem Kurssturz. Zwischenzeitlich fiel die Währung auf unter 400 Euro.

fko/mak

insgesamt 8 Beiträge
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danido 10.02.2014
1. Wen störts?
Man muss es mal so sehen: Jeder Bitcoin der auf Mt. Gox vernichtet wird verringert die Gesamtmenge aller existierenden BTC und erhöht somit den Wert meiner Talerchen. Also von mir aus kann Mt. Gox zur Hölle fahren ;) Soll er ruhig sinken der BTC-Kurs, von mir aus auf 10€ oder weniger, dann hau ich mir richtig die Taschen voll mit BTC ;) Und zum Thema apple: die sollen lieber endlich wieder anfangen richtige Smartphones zu bauen, statt diesen bunten Plastemüll, die Jungs sind schon lange nicht mehr das Maß aller Dinge und merken es nicht. In spätestens 2 Jahren gibts bei denen auch wieder BTC-Apps. Das Einzige was beim Thema BTC langfristig wirklich entscheidend ist ist das hier: http://www.bitcoinpulse.com/chart/coinmap/num_venues/total ...die Anzahl der Händler die BTC als Währung akzeptieren.
felisconcolor 10.02.2014
2. Eine Währung ist immer
so sicher wie die Technik die dahinter steht. ...wenn schon mein Guthaben aus diversen Gründen bei Banken und Sparkassen relativ unsicher ist (ja das ist so) wie sicher ist dann eine Währung die nur aus Bits und Bytes besteht und irgendwo im Netz um die Welt schwirrt oder auf der unsicheren Technik eines PC auf der Festplatte rumdümpelt.
mindphuk 10.02.2014
3.
Zitat von felisconcolorso sicher wie die Technik die dahinter steht. ...wenn schon mein Guthaben aus diversen Gründen bei Banken und Sparkassen relativ unsicher ist (ja das ist so) wie sicher ist dann eine Währung die nur aus Bits und Bytes besteht und irgendwo im Netz um die Welt schwirrt oder auf der unsicheren Technik eines PC auf der Festplatte rumdümpelt.
Bei Bitcoins schwirrt nichts herum. Genau genommen gibt es gar keine Coins, sondern nur Transaktionen. Die Blockchain enthält alle Transaktionen, die jemals gemacht wurden. Durch die privaten Schlüssel in deiner Wallet, authentifizierst du dich im Netzwerk als Empfänger der Transaktion und damit des damit assoziierten Coin-Wertes. Zur Sicherheit braucht man also nichts weiter als die Wallet zu schützen, welche möglichst verschlüsselt und auf einem Backupstick gespeichert werden sollte. Damit ist Bitcoin genauso sicher, wie jedes Onlinebanking auch, denn wenn ein Trojaner die Wallet klaut, hat er Zugriff auf die Coins aber hätte genauso Zugriff auf dein Bankkonto.
nepomuk23 10.02.2014
4. Reine Angst der Staaten
Hört sich für mich alles nach abgesprochenen Aktionen an um BC zu diskreditieren. Aber wie das halt so ist, verbotenes wird erst recht interessant. Ich für meinen Teil diversifiziere aber trotzdem ebenfalls mit Gold, Schnaps und Werkzeug, das kann man immer brauchen ;-)
felisconcolor 10.02.2014
5. Gelesen hab ich dies wohl
Zitat von mindphukBei Bitcoins schwirrt nichts herum. Genau genommen gibt es gar keine Coins, sondern nur Transaktionen. Die Blockchain enthält alle Transaktionen, die jemals gemacht wurden. Durch die privaten Schlüssel in deiner Wallet, authentifizierst du dich im Netzwerk als Empfänger der Transaktion und damit des damit assoziierten Coin-Wertes. Zur Sicherheit braucht man also nichts weiter als die Wallet zu schützen, welche möglichst verschlüsselt und auf einem Backupstick gespeichert werden sollte. Damit ist Bitcoin genauso sicher, wie jedes Onlinebanking auch, denn wenn ein Trojaner die Wallet klaut, hat er Zugriff auf die Coins aber hätte genauso Zugriff auf dein Bankkonto.
habe mich ja auch schon mal damit beschäftigt. Aber wenn das alles so sicher (wie eben sicher sicher ist) warum können dann Bitcoin Vermögen beschlagnahmt werden (z.B.) wenn sie doch nur auf meinem Stick existieren. Warum können irgendwo "immense" Vermögen von Bitcoins "weggehackt" werden? Normalerweise ist das doch nur eine P2P Währung.
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