Bitfilm-Festival Letzte Chance zur Abstimmung beim Netz-Filmfest

Noch zwei Tage läuft die Abstimmung beim Bitfilm-Festival, dem internationalen Filmfest für animierte Kurzfilme im Netz. In sechs Kategorien kürt die Netzgemeinde ihren Sieger - vom Handyfilm bis zum Kino-Blockbuster.


Videos sind im Augenblick das Netz-Thema schlechthin - nicht erst, seit Google verkündet hat, für die Videoseite YouTube 1,65 Milliarden Dollar zu bezahlen. Die multimediale Häppchen-Zukunft ist längst da, Breitbandanschlüsse verändern Seh- und Konsumgewohnheiten. Nur: Viel von dem, was da über Portalseiten oder E-Mail-Empfehlung auf dem eigenen Bildschirm landet, ist eigentlich Schrott, Zeitverschwendung.

Bitfilm-Maskottchen "Roborella": Netz-Kunst aus Bits und Bytes

Bitfilm-Maskottchen "Roborella": Netz-Kunst aus Bits und Bytes

Bei den Beiträgen zum Bitfilm-Festival, das seit sechs Jahren Computer-Kurzfilme auszeichnet, soll das anders sein: Profi-Arbeit, liebevolle künstlerische Hingabe ist da gefragt, sei es beim Umgang mit Animationssoftware oder beim aufwendigen Zurechtbasteln von Filmsequenzen mit Videospiel-Technologie.

Noch bis zum 25. Oktober kann man auf der Seite des Netz-Filmfestivals selbst abstimmen. In sechs Kategorien treten die Filme der Endrunde an, vom Handyvideo bis hin zur Hollywood-Produktion für die große Leinwand. Das Bitfilm-Team hat aus 750 Einsendungen aus 51 Ländern die Teilnehmer ausgewählt. Mehr als 120 lange und kurze Filme waren ursprünglich im Rennen. In der Endrunde stehen jetzt in jeder Kategorie noch fünf Filme zur Wahl - insgesamt ein durchaus abendfüllendes Programm.

Jeder Preis wird von einem bestimmten Sponsor präsentiert. Der "3D Space Award" geht an die beliebteste computergenerierte 3D-Animation. Der FX Mix Award zeichnet digitale Hybrid-Kompositionen aus verschiedenen Techniken aus. Der Machinima Award geht an den schönsten Film, der mit Hilfe eines Computer- oder Videospiels gebastelt wurde. Der Micromovie Award sucht den schönsten Film für kleine Handybildschirme. Die Kinoleinwand fällt ein bisschen aus dem Rahmen: Den Grand Prix soll eine Großproduktion bekommen, in der computergenerierte Effekte eine Hauptrolle spielen. In dieser Kategorie sind dieses Jahr zum Beispiel "Cars", "Ice Age 2" und "Sin City" nominiert.

Das Netz, nicht das Kino soll jedoch die zentrale Rolle spielen beim Bitfilm-Festival. "Die entscheidende Veränderung ist 2006 die Tatsache, dass wir ein wirklich globales Festival werden", sagt denn auch Festival-Leiter Aaron Koenig. Durch schnelle Internetanschlüsse könne man den Abstimmungsprozess tatsächlich der Netzgemeinde überlassen. "Das wäre vor sechs Jahren noch nicht möglich gewesen. Heute sind Breitbandverbindungen und schnelle Computer selbstverständlich."

Parallel wird die "virale Kompenente" zum wichtigen Faktor bei der Abstimmung: Beiträge, die unter Bekannten weiterempfohlen werden, dürften das größte Publikum finden.

Damit das klassische Festival-Gefühl nicht zu kurz kommt, wird es kommende Woche in Hamburg auf St. Pauli ein "Multimedia-Forum" geben. also doch eine Art Filmfestival im traditionellen Sinne. "Nichts geht über einen schönen Plausch an der Bar über die Filme und eine wilde Party mit anderen Filmverrückten", sagt Koenig."

Um die besten Bitfilme zu genießen, braucht man aber nicht unbedingt in den hohen Norden zu kommen: Die schönsten Gewinner-Filme sehen Sie kommende Woche auch bei SPIEGEL ONLINE.

cis



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