Bohrungen in der Arktis Anonymous attackiert Ölkonzerne

Unbekannte haben offenbar rund tausend E-Mail-Adressen von Beschäftigten mehrerer großer Ölkonzerne veröffentlicht - und gleich noch in deren Namen eine Greenpeace-Petition unterzeichnet. Mit der Aktion protestierten die Anonymous-Anhänger gegen Ölbohrungen in der Arktis.

Anonymous-Anhänger (Archivbild): Kritik an Ölbohrungen in der Arktis
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Anonymous-Anhänger (Archivbild): Kritik an Ölbohrungen in der Arktis


Das Netzkollektiv Anonymous hat offenbar mehr als tausend Datensätze vertraulicher Informationen diverser Ölkonzerne veröffentlicht. Zu dem Material gehören nach Angaben der Hacker die E-Mail-Adressen von Angestellten, die bei BP, Exxon Mobil und Shell sowie den russischen Unternehmen Gazprom und Rosneft beschäftigt sind.

In einer ersten Phase waren Ende Juni bereits an die 300 E-Mail-Adressen mitsamt den dazugehörigen, MD5-verschlüsselten Passwörtern auf der Seite Pastebin veröffentlicht worden. Nun gab es auf der Textplattform Nachschlag. Über 700 neue E-Mail-Adressen mitsamt Passwörtern, darunter mehrere Dutzend im Klartext, wurden online gestellt. Die anderen Passwörter werden verschlüsselt angezeigt.

Die Aktion unter dem Namen #OpSaveTheArctic richtet sich den Angaben zufolge gegen die Ölbohrungen der genannten Konzerne im ökologisch besonders empfindlichen arktischen Norden. Über die Liste der gehackten Daten stellte Anonymous eine Erklärung ein: "Um in der Arktis nach Öl zu bohren, schleppen Ölkonzerne Eisberge aus den Weg ihrer Förderanlagen und nutzen gigantische Schläuche, um sie mit warmen Wasser zu schmelzen. Wenn wir sie das tun lassen, ist eine katastrophale Ölpest nur eine Frage der Zeit."

Aus diesem Grund hätten sich die Hackeraktivisten mit ihrer Operation den Greenpeace-Protesten gegen die arktischen Bohrungen anschließen wollen. Zu diesem Zweck benutzten sie die erbeuteten Passwortinformationen, um im Namen der betroffenen Ölkonzernangestellten die Greenpeace-Petition zum Schutz der Arktis "Save the Arctic" zu unterzeichnen.

Das Online-Gesuch hat in aller Welt bereits knapp 900.000 Unterstützer gefunden. Anonymous schreibt dazu: "Wir wissen, dass wir es mit den mächtigsten Ländern und Unternehmen der Welt aufnehmen. Aber gemeinsam sind wir stärker als das Militär irgendeines Landes oder das Budget irgendeiner Firma."

meu

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insgesamt 7 Beiträge
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martyorleo 17.07.2012
1. md5
ist eine einweg-hashfunktion und keine verschlüsselung :) das heißt theoretisch ist sie nicht entschlüsselbar (gibt natürlich trozdem wege um ans klartextpasswort zu kommen)
rolandjulius 17.07.2012
2. Anonymous gegen die Oelkonzerne in der Arktis
Die Logik welche hinter den Attacken gegen die Oelkonzerne steht, ist bei Leibe nicht von der Hand zu weisen. Fragt sich nur, wie weit die Mitarbeiter der Oelkonzerne nicht gezwungen werden,hoch oben im Norden zu arbeiten. Denn alle Angestellten durchlaufen Einsetze,um ihre Position im Getriebe des Konzerns zu behaupten. Ich wuerde meinen,dass es sehr wenige Angestellte gibt, welche aus freien Stuecken unter diesen unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Abgesehen von den hohen latenten Gefahren fuer ihr Leben ,welche diese Plattformen mit sich bringen. Anzukreiden sind aber hier die Konzerne, welche noch immer im Goldrausch leben, ohne auf die berechtigten Sorgen der Menschheit Rücksicht zu nehmen.
2fel 17.07.2012
3. Die Konzerne haben es nicht anders verdient
Niemand hat sie gewählt und trotzdem maßen sie sich an, massiv in unsere Umwelt einzugreifen. Weil der mediale Mainstream korrupt ist könne sie uns belügen und manipulieren und uns ihren Wahnsinn als Vernunft schlechthin verkaufen. Solange es keine echte Demokratie gibt, haben sie keine faire Behandlung verdient.
striver 17.07.2012
4. Glaubt hier irgendjemand ...
... dass die sich aufhalten lassen? Etwa 20% der Menschheit profitieren wenigstens scheinbar von deren Aktivitäten; 100% werden sich mit den Folgen auseinandersetzen müssen. 0,0014% der Menschen zeigt mit seiner Unterschrift an, dass er das nicht tolerieren will. Wieviele Menschen lösen ihren Hinterne von der Couch und protestieren aktiv, vor den Firmensitzen oder in der Arktis? Und wenn 10% der Menschheit protestieren würde, mit wessen Benzin kämen sie zu den Veranstaltungsorten? Schön dass es Menschen gibt die sich engagieren. Nur dass man den brennenden Regelnwald halt nicht mit einem Sandeimerchen gelöscht kriegt.
SpieFo 17.07.2012
5. Danke für die Links, wo doch SPON sonst so saprsam mit dem Verlinken
auf Quellen umgeht. :-)
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